Vorsorge

Die beste Behandlung des Schlaganfalls ist es, ihn erst gar nicht entstehen zu lassen. Die Risikofaktoren für Schlaganfälle sind bekannt. Ihre Vermeidung senkt das Schlaganfallrisiko drastisch. So ist aus wissenschaftlichen Untersuchungen bekannt, dass eine Senkung von erhöhten Blutdruckwerten das Schlaganfallrisiko innerhalb kurzer Zeit um 40% vermindert. Das Risiko beginnt bereits bei oberen Blutrindruckwerten über 140 mmHg und unteren Werten über 90 mmHg. Neben dem Bluthochdruck als wichtigstem Risikofaktor spielen bestimmte Herzerkrankungen erhöhte Blutzucker- und Cholesterinwerte, Rauchen sowie übermäßiger Alkoholgenuss eine wesentliche Rolle.

Vorkehrungen gegen diese Risikofaktoren müssen nicht gleich durch Medikamente getroffen werden. Der Verzicht auf Nikotin, entsprechende Diät bei bekannten Blutzucker- oder Cholesterinerhöhungen und auch regelmäßige körperliche Betätigung schützen nicht nur vor Schlaganfall, sondern auch vor Herzinfarkten und Gefäßerkrankungen im übrigen Körper.

Medikamente sind notwendig, wenn sich Blutdruck, Blutzucker- oder Cholesterinwert nicht durch eine Lebensumstellung in den Normalbereich senken lassen. Ihr behandelnder Arzt trifft aus der Vielzahl der verfügbaren Bluthochdruckmittel oder blutfettsenkenden Mittel die richtige Auswahl. Solange am Körper oder im Hirn noch keine Durchblutungsstörungen aufgetreten sind, erscheinen Medikamente gegen eine Gerinnselbildung (häufig "Blutverdünnung" genannt) nur bei bestimmten, besonders risikoreichen Herzerkrankungen ratsam.

Wenn dagegen bereits einmal eine Hirndurchblutungsstörung stattgefunden hat, müssen gerinnselhemmende Medikamente zur Vorbeugung vor weiteren, möglicherweise schlimmeren Schlaganfällen eingenommen werden. Eine "transitorisch-ischämische Attacke" (TIA), wie der kleine Schlag in der Medizin bezeichnet wird, zieht bei sieben von 100 Betroffenen im ersten Jahr einen Schlaganfall nach sich, ein kompletter Schlaganfall bei zehn von 100 Betroffenen einen weiteren, wenn keine Vorbeugung getroffen wird.

Für die richtige Vorbeugung muss die Ursache des Schlaganfalls erkannt werden. Daher sollte jeder Verdacht auf eine Hirndurchblutungsstörung, auch wenn die Beschwerden nur wenige Minuten gedauert haben, sofort zum Arzt führen. Dieser kann die Ursache durch eine Computertomographie des Hirns, eine Herzuntersuchung und eine Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße (Doppler- und Duplexuntersuchung) eingrenzen. Diese Diagnostik liefert erst die notwendigen Informationen für die richtige Therapie: Marcumar (Medikament bei Embolien vom Herzen), einen Hemmer der Blutblättchen- verklumpung (Aspirin oder Tiklyd) oder die Empfehlung zu einer Operation der Halsschlagader (bei hochgradiger Verengung durch Gefäßverkalkungen).

Bei vielen Betroffenen sind die meist schon über Jahre bestehenden Ursachen für die Gefäßverschlüsse nicht einfach behebbar. Die Einstellung auf ein Medikament wie Aspirin oder Marcumar erfolgt daher häufig auf Jahre hinaus, nicht selten lebenslang. Das Absetzen solcher Medikamente birgt die Gefahr eines (weiteren) Schlaganfalls und sollte daher nur in enger Absprache mit dem Arzt erfolgen, auch wenn die TIA z.B. nur eine kurzfristige Sehstörung war.

 

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