Reiserücktritt muss Versicherung schnell gemeldet werden

Sonntag, 14. März 2010 verfasst von admin

Wer eine teure Reise aus gesundheitlichen Gründen stornieren muss, muss schnell entscheiden, was zu tun ist. Wer zu lange zögert, riskiert Ärger mit der Rücktrittsversicherung: Die kann bei zu langem Zögern die Übernahme der Stornokosten ganz oder teilweise verweigern.

Wenn Reisen storniert werden, bemisst sich die Höhe der Stornokosten meist danach, wann storniert wird. Deshalb achten Reiserücktrittsversicherer natürlich auch sehr penibel darauf, wann der Versicherte im Fall der Fälle storniert. Tut er das nach Meinung der Versicherung zu spät, werden meist die Stornogebühren nicht oder nicht in voller Höhe von der Versicherung übernommen. Der Grund: Unangemessen späte Stornierungen seien grob fahrlässig und deshalb nicht versichert. Gezahlt werden dann nur die Stornogebühren, die bei nach Meinung der Versicherer rechtzeitiger Stornierung fällig geworden wären.

Aber die Frage ist natürlich: Was ist rechtzeitig? Das Oberlandesgericht Karlsruhe (AZ: 12 U 155/09) musste auf diese Antwort eine Frage finden. In dem Fall hatte ein Mann seine Reise am 15. Oktober 2008 storniert, nachdem sein Vater schwer erkrankt war. Das Problem: Der Vater war bereits einen Monat zuvor, am 16. September 2008, in die Kardiologie verlegt worden, nachdem er nach einer Operation einen Herzinfakt erlitten hatte. Klar war allen Beteiligten, dass die einen Monat später erfolgte Stornierung eindeutig zu spät war.

Um die Höhe der zu erstattenden Stornokosten zu bemessen, war jetzt allerdings zu klären, wann der Mann die Reise hätte stornieren müssen: Direkt am 16. September oder mit einer Frist zum Überlegen einen Tag später am 17. September? In dem Fall war das bedeutsam, weil der 17. September als Termin eine höhere Erstattung für den Mann nach sich gezogen hätte.

Die Richter gaben dem Mann einen Tag Zeit zum Überlegen. Man könne nicht verlangen, dass jemand direkt am 16.9., dem Tag der Gesundheitsverschlechterung, seine Reise stornieren würde. Man müsse dem Betroffenen zubilligen, die Konsequenzen der Stornierung einer sehr teuren Reise wenigstens kurz überdenken zu dürfen. Damit war der 17.9. der entscheidende Tag, sodass die Versicherung die entsprechend höheren Stornokosten übernehmen musste.

ddp

 

Verfasst von senioreninfos am März 2, 2010

 

 

 


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