Neuroprotektive Wirkung von hochdosiertem Albumin nach ischämischem Insult

Samstag, 13. März 2010 verfasst von admin

Resultate einer Pilotstudie lassen vermuten, dass hochdosiertes Albumin bei Verabreichung kurz nach einem Schlaganfall neuroprotektiv wirken könnte. Weiters konnte ein positiv synergistischer Effekt bei Kombination mit Plasminogen-Aktivator (tissue-type plasminogen activator, tPA) beobachtet werden.

Dr. Myron D. Ginsberg und Kollegen hatten zuvor an einem Nager-Modell für ischämischen Schlaganfall gezeigt, dass Albumin mit vielen Vorteilen verbunden war, inklusive eines verbesserten neurologischen Punktwertes, einem verminderten Ausmaß des Hirninfarktes und reduzierter Gehirnschwellung. Diese positiven Befunde inspirierten Dr. Ginsberg von der University of Miami Miller School of Medicine in Florida und Mitarbeiter dazu, eine Phase-I-Dosis-Eskalationsstudie durchzuführen (ALIAS-Pilotstudie).
Die Studie umfasste 82 Personen (im Alter zwischen 25 und 88 Jahren, Durchschnittsalter 65 Jahre), die einen Wert auf der NIH Stroke Scale (NIHSS) von 6 oder höher (Maximum 31) aufwiesen. Die Wissenschaftler infundierten das Albumin IV in unterschiedlicher Dosierung über zwei Stunden Personen, bei denen die Behandlung innerhalb von 16 Stunden nach Einsetzen des Schlaganfalls begann. Zweiundvierzig Studienteilnehmer wurden zudem mit tPA behandelt.

Dr. Ginsbergs Team berichtet, dass – nach Bereinigung um die tPA-Behandlung – die Patienten mit den höchsten Albumin-Dosen (1.37 bis 2.05 g/kg) mit um 81% höherer Wahrscheinlichkeit ein gutes Ergebnis hatten als jene in den Gruppen mit den geringeren Dosen. Patienten in der tPA-Untergruppe hatten geringere Blutungsraten als normalerweise bei der tPA-Therapie beobachtet werden, was vermuten lässt, dass Albumin „die symptomatische intrazerebrale Blutung nach tPA reduziert“.

Dr. Ginsberg und seine Mitarbeiter bieten mehrere Theorien dazu an, wie Albumin nach einem Schlaganfall Neuroprotektion bietet, inklusive der mikrovaskulären Durchgängigkeit, Verstärkung der lokalen Perfusion, Prävention einer wiederholten Thrombose im Anschluss an die tPA-Behandlung und Hemmung der Plättchenaggregation.

Auf Basis des demonstrierten Sicherheitsprofils und verbesserten Verlaufs hat das Team die ALIAS Phase III begonnen, in die es 1800 Personen aufnehmen möchte. Eine aktive Behandlung wird mit 25-prozentigem Albumin in einer Dosis von 2,0 g/kg begonnen, wobei die Anforderung besteht, dass die Infusion innerhalb von sechs Stunden nach Einsetzen des ischämischen Schlaganfalls beginnt.

Quelle: Stroke 2006;37:2100-2114
 

 


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