Neue Therapieoption in der Schlaganfall Akuttherapie

Samstag, 13. März 2010 verfasst von admin

Bei der Jahrestagung der ÖGSF, die kürzlich in Innsbruck stattfand, wurden die beeindruckenden Erfolge der Stroke Units aufgezeigt. Der Kongress, der aktuellen Erkenntnissen zur Prävention und Akutbetreuung des Schlaganfalls gewidmet war, beschäftigte sich unter anderem mit wichtigen Fortschritten und künftigen Neuerungen in der Behandlung.

So wurde etwa die aktuelle Auswertung der groß angelegten Studie SITS-MOST („Safe Implementation of Thrombolysis in Stroke Monitoring“) präsentiert. Diese Europa weite Untersuchung, an der österreichische Zentren maßgeblich beteiligt waren, hat klar bestätigt, dass die Thrombolyse-Therapie, wie sie derzeit an den Stroke Units eingesetzt wird, innerhalb der ersten drei Stunden nach Beginn des Schlaganfalls effizient und sicher ist.

Ausweitung des Thrombolyse-Zeitfensters über drei Stunden hinaus
Weiter wurden bei der Tagung neue wissenschaftliche Ansätze diskutieren, die eine Ausweitung des Thrombolyse-Zeitfensters über die drei Stunden hinaus ermöglichen könnten. Zu dieser Entwicklung tragen zum Einen neue, noch spezifischer wirkende Gerinnsel-lösende Substanzen bei, die sich im Zulassungsprozess befinden. Diese können bis zu neun Stunden nach Eintritt des Schlaganfalls sicher und wirksam sein. Andererseits ermöglichen es moderne Methoden der Bildgebung mittels Magnetresonanz-Tomographie (MRT), Dynamik und das Ausmaß der Durchblutungsstörung bei einem Schlaganfall und das Ausmaß der bereits erfolgten Gewebezerstörung nachzuweisen. Beide Entwicklungen werden es ermöglichen, dass ein Teil der Patienten in bestimmten Konstellationen auch jenseits des therapeutischen Fensters von drei Stunden noch von einer Thrombolyse profitieren kann.

Erstmals effiziente medikamentöse Therapie von Hirnblutungen möglich
Neuigkeiten gab es zur Behandlung von Hirnblutungen. In Zukunft scheint erstmals auch eine effiziente medikamentöse Therapie möglich: Die aktuelle Novo-Seven-Studie zeigt, dass die Gabe des gentechnisch hergestellten Gerinnungsfaktors VIIa innerhalb der ersten Stunden nach Eintritt der Hirnblutung das Behandlungsergebnis deutlich verbessert, weil die Ausbreitung der Blutung begrenzt werden kann.

Sekundärprävention: Behandlungskombination senkt Risiko um 70 bis 80 Prozent
Wichtige neue Daten gab es auch zur Frage der Sekundärprävention. Für Patienten, die bereits einmal einen Schlaganfall erlitten haben, ist das Risiko eines neuerlichen Ereignisses besonders hoch. Verschiedene neue Studien zeigen nun, dass ein effizientes kombiniertes Management aus Reduzierung der Blutfette mit Statinen, Blutdrucksenkung und einer effizienten Thrombozyten-Funktionshemmung das Risiko eines neuerlichen Schlaganfalls um 70 bis 80 Prozent senkt.

 

 


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