Neue Alternative, die Herzfrequenz zu senken

Samstag, 13. März 2010 verfasst von admin

WIESBADEN (grue). Patienten mit stabiler Angina pectoris können mit dem Ionenkanal-Hemmer Ivabradin behandelt werden, wenn eine Betablocker-Therapie nicht infrage kommt. Und das gilt für recht viele Patienten.

Aus vielen Gründen vertragen Patienten mit symptomatischer koronarer Herzerkrankung (KHK) keine Betablocker oder dürfen sie nicht einnehmen. Dazu gehören nach Angaben von Professor Uta Hoppe aus Köln zum Beispiel Patienten mit allergischem Asthma, COPD, niedrigem Blutdruck, erektiler Dysfunktion, peripherer Verschlusskrankheit, Schuppenflechte und schlecht eingestelltem Diabetes.

Bei ihnen kann die Ivabradin (Procoralan) die Herzfrequenz senken und damit die pectanginösen Beschwerden verringern. "So ist es für Patienten mit Asthma bronchiale ganz wichtig, dass Ivabradin keinen pulmonal obstruktiven Effekt hat", sagte Hoppe bei einer Veranstaltung des Unternehmens Servier in Wiesbaden. Die Behandlung mit Ivabradin werde für diese und andere Patienten mit Betablocker-Kontraindikation bereits von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie empfohlen.

"Die Substanz ist eine wertvolle Ergänzung der Therapie-Optionen bei Angina pectoris", sagte Hoppe. Der Wirkstoff hemmt bestimmte Ionenkanäle im Sinusknoten. "Er ist gut verträglich, macht keine Toleranzentwicklung und löst kein Rebound-Phänomen aus". Mit der symptomatischen antianginösen Therapie sollte bei einer Herzfrequenz von über 60 Schlägen pro Minute begonnen werden. Die Zieldosis beträgt zweimal täglich 7,5 Milligramm.

Hoppe stellte den Fall eines Patienten mit Angina pectoris vor, der auf mehrere antianginös wirkende Medikamente mit einer klinisch relevanten Blutdrucksenkung reagierte. Er wurde langsam auf Ivabradin in der empfohlenen Dosierung umgestellt und war dann vollständig beschwerdefrei. Ivabradin senkt nach Angaben von Hoppe nicht den Blutdruck, sondern reduziert ausschließlich die Herzfrequenz. Dabei interagiere der Wirkstoff nicht mit Statinen und anderen gängigen KHK-Medikamenten, sagte die Kardiologin

 

 


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