Meta-Analyse: Kakao senkt Blutdruck, Tee nicht

Samstag, 13. März 2010 verfasst von admin

Köln – Eine regelmäßige Tasse Kakao oder der reichliche Verzehr von dunkler Schokolade können den Blutdruck ebenso stark senken wie ein Antihypertonikum. Dies ergibt eine neue Meta-Analyse in den Archives of Internal Medicine (2007; 167: 626-634). Mit Rücksicht auf die zu befürchtenden negativen Auswirkungen auf den Body-Mass-Index verzichten die Pharmakologen der Universität Köln jedoch auf eine Empfehlung.

Derzeit heben die Leitlinien für Hypertoniker den reichlichen Verzehr von Obst und Gemüse hervor. Diese machen zum einen nicht dick und enthalten zum anderen reichlich Polyphenole und Flavonoide, denen eine günstige Wirkung auf den Blutdruck und auf das kardiovaskuläre Risiko nachgesagt werden. Weitaus mehr Polyphenole als in Obst und Gemüse sind jedoch in Kakao und schwarzem und grünem Tee enthalten, was Dirk Taubert und Mitarbeiter vom Institut für Pharmakologie der Uniklinik Köln zu zwei Meta-Analysen veranlasst hat.

Der Einfluss von kakaohaltigen Nahrungsmitteln war bisher in 5 randomisierten kontrollierten Studien mit 173 Teilnehmern und einer medianen Dauer von 2 Wochen untersucht worden. Vier Studien ergaben eine blutdrucksenkende Wirkung von (nach Analyse aller Studien) im Durchschnitt 4,7 mm Hg systolisch und 2,8 mm Hg diastolisch. Die Behauptung, dass damit die Wirkung derzeitiger Antihypertonika erreicht wird, mag ein wenig übertrieben sein. Aber der blutdrucksenkende Effekt war statistisch signifikant.

Die Meta-Analyse zu Teegetränken – auf der Basis von 5 randomisierten kontrollierten Studien mit 343 Teilnehmern –ergab hingegen keine blutdrucksenkende Wirkung. Was den Pharmakologen vor Erklärungsschwierigkeiten stellt, denn auch Tee ist reich an Polyphenolen. Laut Taubert handelt es sich jedoch überwiegend um Flavan-3-ole, während Kakao überwiegend Procyanide enthält. Dies deutet aus Sicht des Pharmakologen auf eine differenzierte Wirkung der einzelnen Polyphenole auf den Blutdruck hin.

Wäre die Meta-Analyse anders ausgegangen und hätte sich Tee als das blutdrucksenkende Nahrungsmittel erwiesen, wäre Taubert eine Ernährungsempfehlung sicher leichter gefallen. So beschränkt er sich darauf, den Hochdruckpatienten zu dunkler (weil stärker kakaohaltiger) Schokolade zu raten, wenn sie eine Neigung zu einem Dessert verspüren – aber nur, wenn sie dafür auf andere hochkalorische, fetthaltige Süßigkeiten oder Milchspeisen zu verzichten bereit sind.

© rme

 

 


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