Low-Dose Ass senkt Sterblichkeit bei Frauen

Samstag, 13. März 2010 verfasst von admin

Boston – Schützt Acetylsalicylsäure (ASS) vor Krebs, Schlaganfall und Herzinfarkten? Eine neue Auswertung der Nurses' Health Study in den Archives of Internal Medicine (2007; 167: 562-572) scheint diesen vor allem in den USA verbreiteten Glauben erneut zu bestätigen. Doch ein Editorialist erinnert an den negativen Ausgang der Women's Health Study.

Die Nurses' Health Study beobachtet seit 1976 eine größere Gruppe von Krankenschwestern, die regelmäßig nach ihren Lebensgewohnheiten befragt werden. Seit 1980 fordert der alle zwei Jahre verteilte Fragebogen auch Angaben zur Einnahme von ASS. Wie populär dieses Medikament in den USA ist, zeigt sich an den 34.000 der 79.000 Teilnehmerinnen der Studie, die ASS einnehmen. Diese Frauen haben nach der aktuellen Auswertung von Andrew Chan vom Massachusetts General Hospital in Boston ein um 25 Prozent niedrigeres Sterberisiko.

Die Assoziation war am deutlichsten für kardiovaskuläre Todesfälle, die bei den ASS-Anwenderinnen zu 38 Prozent seltener auftreten. Hier machte sich bereits eine 1 bis 5 jährige Einnahme positiv bemerkbar. Die Zahl der Krebstodesfälle war ebenfalls bei den ASS-Anwenderinnen niedriger, auch wenn das Ausmaß mit einer Minderung um 12 Prozent nicht so deutlich ausgeprägt war wie bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies mag aber daran liegen, dass eine krebspräventive Wirkung erst nach mehr als zehn Jahren auftrat.

Die Studie blickt inzwischen auf eine Nachbeobachtungszeit von 24 Jahren zurück. Während dieser Zeit sind fast 9.500 Krankenschwestern gestorben, was die Argumentation unterstützt. Dennoch schätzt der Editorialist John Baron von der Dartmouth Medical School in Lebanon/New Hampshire die Beweiskraft der Women’s Health Study höher ein, an der „nur“ knapp 40.000 Frauen teilgenommen hatten, die über einen Zeitraum von „nur“ zehn Jahren nachbeobachtet wurden.

Anders als die Nurses' Health Study war die Women’s Health Study jedoch eine randomisierte kontrollierte Studie. In den vor knapp zwei Jahren im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA. 2005; 294: 47-55) publizierten Ergebnissen war keine präventive Wirkung von ASS erkennbar. Da randomisierte kontrollierte Studie ein höheres Evidenzniveau haben als prospektive Beobachtungsstudien, lehnt Baron daher eine allgemeine Empfehlung zur ASS-Prävention ab (Arch Intern Med 2007; 167: 535-536). © rme

 

 


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