Hyperbare Sauerstofftherapie kann den Blutfluss nach einem Schlaganfall normalisieren

Samstag, 13. März 2010 verfasst von admin

FORT LAUDERDALE, Florida (EGMN) – Die hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) kann die Hyperperfusion im Gehirn infolge der zerebralen Anoxie nach einem Schlaganfall reduzieren. Diese Ergebnisse einer kleinen Studie wurden auf einem vom Ocean Hyperbaric Neurologic Center in Fort Lauderdale, Florida, USA, gesponserten Symposium zur hyperbaren Sauerstofftherapie vorgestellt.

Eine Reduzierung der Hyperperfusion kann auch zerebrale Ödeme reduzieren. "Ein stärkerer Blutfluss ist zwar in hypoperfundierten Arealen wichtig, aber unserer Meinung nach ist eine Reduzierung des Blutflusses in hyperperfundierte Areale ebenso wichtig und erforderlich, um eine weitere Verschlechterung des Gehirngewebes zu verhindern", erklärten die Studienleiter Dr. Ken G. Knott and Christopher Grant.

Um die Wirkungen der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) möglichst objektiv zu untersuchen, teilten die Forscher ein zu Beginn der Studie aufgenommenes SPECT-Bild (single-photon emission computed tomography) in zwölf Segmente, ähnlich einem Ziffernblatt. Die sechs Studienteilnehmer erhielten dann 40 einstündige HBO-Sitzungen. Anschließend wurde eine weitere SPECT durchgeführt. Bei allen Teilnehmern erfolgte die HBO mit einem Überdruck von 1,5 bar.
Bei fünf Patienten verursachte ein zerebrovaskulärer Unfall eine zerebrale Anoxie. Der sechste Patient diente zur Kontrolle. Er litt unter einer Enzephalopathie durch Silikonvergiftung. In der SPECT zeigte sich bei diesem Kontrollpatienten ein verstärkter Blutfluss in allen Hirnarealen, nach der HBO war jedoch die Perfusion überall normal.

Nach einem Schlaganfall ist gewöhnlich die Durchblutung verstärkt. "Dies lässt sich im SPECT-Bild deutlich erkennen", erklärte Dr. Knott, Medical Director, Professional Hyperbarics Associates Inc., Marietta, Georgia, USA.

"Eine Hyperemie ist nach einem Schlaganfall häufig und könnte das Persistieren einiger neurologischer Symptome erklären."
Der Rückgang des Blutflusses in hyperperfundierten Arealen durch die HBO ist nicht notwendigerweise auf das Infarktgebiet begrenzt, sondern kann auch in anderen Regionen auftreten, erklärte Dr. Knott. So reduzierte oder normalisierte sich beispielsweise der Blutfluss in hyperperfundierten Arealen bei einem Patienten nach einem rechtsseitigen Schlaganfall. Neun von zwölf Regionen mit verstärkter Durchblutung im SPECT-Bild zu Beginn der Studie hatten sich nach der HBO normalisiert. Bei einem anderen Patienten mit einem linksseitigen Schlaganfall zeigte die anfängliche SPECT-Aufnahme mehr verstärkt durchblutete Areale in der linken Hälfte. Nach der HBO hatten sich diese auf dem zweiten SPECT-Bild ebenfalls normalisiert.

 

 

 


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