Heimbewohner schmerztherapeutisch oft unterversorgt

Samstag, 13. März 2010 verfasst von admin

Frankfurt – Eine Unterversorgung mit Schmerzmedikamenten bei Bewohnern von Pflegeheimen hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie kritisiert. Von den über 600.000 in Pflegeheimen lebenden Menschen litten 70 Prozent zeitweise unter Schmerzen. „Diese Menschen bekommen zu wenig Schmerzmittel“, kritisierte Thomas Lange, Schmerztherapeut aus Rudolstadt auf dem 18. Deutschen Schmerztag in Frankfurt.

Alte Menschen forderten häufig keine Schmerztherapie ein, weil sie davon ausgingen, dass Schmerz zum Altern dazugehöre. Außerdem fragten viele Pflegekräfte und Ärzte Heimbewohner nicht nach Schmerzen. Häufig stünden andere Themen wie der Schlaf, die Mahlzeiten oder die Messung des Blutdrucks im Vordergrund. „Ärzte verordnen Senioren, wenn diese sie in der Praxis konsultieren, mehr Schmerzmittel als wenn sie ihre alten Patienten im Pflegeheim betreuen und sie dort besuchen“, sagte Lange.

Ein weiteres Problem sei, dass rund die Hälfte der Patienten in den Heimen dement sei. Diese Patienten könnten ihre Schmerzen nicht artikulieren und bekämen daher zu wenig Analgetika. „Es gibt jedoch eindeutige Signale, an denen man auch bei diesen Menschen Schmerzen erkennen kann“, so Lange. Man könne sie zum Beispiel im Gesichtsausdruck und an der Körpersprache erkennen. Das Pflegepersonal sei jedoch häufig zuwenig geschult, um diese Schmerzsignale zu erkennen. „Die Schmerzproblematik muss unbedingt in die Ausbildung der Pflegekräfte integriert werden“, forderte Lange.

© hil

 

 


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