DGN-/DSN-Leitlinien aktualisiert

Samstag, 13. März 2010 verfasst von admin

Aggrenox® jetzt mit höchster Empfehlungsstärke in der Schlaganfall-Sekundärprävention

In den aktuell veröffentlichten aktualisierten Leitlinien zur Primär- und Sekundärprävention der zerebralen Ischämie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)1 hat Aggrenox® eine weitere Aufwertung erfahren. Die Sekundärprävention nach Ischämie und TIA mit der Kombinationstherapie aus 25 mg ASS und 200 mg Dipyridamol (Aggrenox®) wird nun mit der höchsten Empfehlungsstärke A für alle Patienten mit einem Rezidivrisiko ≥ 4%/Jahr empfohlen. Mit dieser Modifikation reagieren DGN und DSG auf aktuelle Ergebnisse aus der ESPRIT-Studie2 und einer neuen Metaanalyse2. Die Evidenzklasse für die Empfehlung von Aggrenox® ist entsprechend besonders hoch.

Mit der ESPRIT-Studie2 liegen neue Daten zur Kombinationsbehandlung mit Dipyridamol und niedrig dosiertem ASS vor, die die Ergebnisse von ESPS-23 bestätigen, obwohl beiden Studien unterschiedliche Designs, Einschlusskriterien und Endpunkte zugrunde lagen. Seit der Veröffentlichung der DGN-/DSG-Leitlinien4 im Jahr 2005 ist zudem eine Metaanalyse aller vorliegenden Studiendaten zur Kombinationstherapie gegenüber der Monotherapie mit ASS alleine veröffentlich worden. Diese ergab eine relative Risikoreduktion von 18 Prozent durch eine Kombinationstherapie Dipyridamol plus ASS bezüglich eines kombinierten Endpunkts aus vaskulärem Tod, Schlaganfall und Myokardinfarkt.

In den Empfehlungen zur Primär- und Sekundärprävention des Schlaganfalls wurden weitere Passagen aufgrund neuer Daten geändert. So sprechen die aktualisierten Leitlinien jetzt mit höchster Evidenz- und Empfehlungsstärke gegen die duale Plättchenhemmung mit ASS + Clopidogrel in der Primär- und Sekundärprävention: Diese ist nicht wirksamer als die Therapie mit jeweils ASS oder Clopidogrel alleine, führt aber zu vermehrten Blutungskomplikationen. Homozystein erfuhr in den aktualisierten Leitlinien ebenfalls eine Änderung: Die Vitamintherapie zur Primär- und Sekundärprävention kann nicht empfohlen werden – zwei neue Veröffentlichungen haben dazu geführt, dass die Evidenz dieser Empfehlung nun die höchste Stufe A trägt.

Bei der stentgeschützten Angioplastie zur Sekundärprävention wurde die Empfehlung um den Zusatz ergänzt, dass die stentgeschützte Karotisangioplastie im Vergleich zur operativen Therapie ein leicht erhöhtes Kurzzeitrisiko in Bezug auf das periprozedurale Risiko bei der Behandlung symptomatischer Karotisstenosen hat. Da die Komplikationsraten beider Verfahren stark variieren, soll in die Therapieentscheidung die Komplikationsrate des jeweiligen Therapeuten einfließen. Derzeit ist die Karotisendarterektomie die Therapie der ersten Wahl. Beim Stenting verringert die Verwendung von Protektionssystemen die Komplikationsrate nicht.

Doppelter Schutz in der Sekundärprävention
Aggrenox® ist ein Kombinationspräparat aus 25 mg Acetylsalicylsäure plus 200 mg retardiertem Dipyridamol. Durch seine Eigenschaften ist Aggrenox® doppelt so wirksam wie ASS in der Monotherapie und entfaltet seine doppelte Wirkung an zwei wichtigen Stellen: Es hat zum einen positiven Einfluss auf die Gefäßwand und zum anderen auf die Thrombozyten. Aggrenox® hemmt die Thrombozytenaggregation, wirkt antithrombotisch auf die Gefäßwand und hat Einfluss auf die Auflösung bestehender Thromben. Gegenüber ASS alleine verhindert Aggrenox® mit seiner Wirkweise in der Sekundärprävention des Schlaganfalls fast doppelt so viele Rezidive wie ASS.2,3

Quellen:

  1. Diener HC et al: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zur Primär- und Sekundärprävention des Schlaganfalls: Aktualisierung 2007. Akt Neurol 2007; 34: 8-12.
  2. The ESPRIT Study Group: Aspirin plus dipyridamole versus aspirin alone after cerebral ischaemia of arterial origin (ESPRIT): randomised controlled trial. Lancet 367 (2006): 1665-1673. HINWEIS: Die durchschnittliche ASS-Dosierung lag bei 75mg (Dosierungen zwischen 30 und 325 mg nach Entscheidung der Prüfärzte), Dipyridamol wurde in der Gruppe mit Kombinationstherapie mit je 200 mg zweimal täglich gegeben. Insgesamt maximal acht Prozent der Patienten dieses Studienarms wurden mit Aggrenox® behandelt.
  3. Diener HC et al. European Stroke Prevention Study 2. Dipyridamole and acetylsalicylic acid in the secondary prevention of stroke. J Neurol Sci 143 (1996): 1-13.
  4. Diener/Putzki/Berlit: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie/Leitlinie Primär- und Sekundärprävention der zerebralen Ischämie. © Georg Thieme Verlag. In diesen Leitlinien können die kompletten Therapieempfehlungen nachgelesen werden.

 

 


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