Bauchfett ist nicht gleich Bauchfett

Samstag, 13. März 2010 verfasst von admin

LEIPZIG – Ein dicker Bauch erhöht erwiesenermaßen das Herz-Kreislauf-Risiko. Doch wie gefährlich eine Wampe tatsächlich ist, hängt davon ab, wo die Fettansammlung am stärksten auftritt: Direkt unter der Haut oder im Inneren des Körpers.

Waage oder Body-Mass-Index sagen nur sehr wenig darüber aus, wo sich das meiste Körperfett befindet. Will man sicher unterscheiden, ob die Fettpolster im Inneren des Körpers oder direkt unter der Haut liegen, müsse man auf bildgebende Verfahren wie Computer- oder Magnetresonanztomographie zurückgreifen, schreiben Nora Klöting und ihre Kollegen von der Universität Leipzig (Internist 2007, 48: 126-133). Für den Hausgebrauch reicht jedoch meist die Messung von Taillenumfang und Hautfaltendicke: Damit lässt sich das Risiko für Erkrankungen abschätzen, die durch starkes Übergewicht ausgelöst werden. Günstig ist ein niedriger Wert beim Taillenumfang – dafür sind etwas dickere Hautfalten erlaubt.

Zur Hälfte genetisch bedingt
Der Körper lagert überflüssige Energie an verschiedenen Stellen ein: Hauptsächlich direkt unter der Haut, im Unterhautfettgewebe, und nur in geringem Maße tiefer in der Bauchhöhle, im sogenannten Viszeralfett. In umgekehrter Reihenfolge verläuft der Abbau von Fettmasse bei einer Diät oder sportlicher Aktivität: Hier schmilzt in der Regel zuerst das Viszeralfett.

Wie Zwillingsuntersuchungen zeigten, ist die tief liegende Fettmasse zu etwa 50 Prozent genetisch bedingt, die Menge an Unterhautfett dagegen nur zu fünf Prozent.

Fazit: Insbesondere Personen mit großem Taillenumfang aber ohne ausgeprägte Hautfalten sollten Herz-Kreislauf-Risiken meiden und sich regelmäßig von ihrem Arzt untersuchen lassen. Die gute Nachricht: Wenn bei einer Diät die Pfunde purzeln, geht es überproportional dem "gefährlichen" Viszeralfett an den Kragen.

 

 


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