Urlaubs- oder Ersatzpflege: Die Verhinderungspflege

Freitag, 12. März 2010 verfasst von admin

Verhinderungspflege dient einer Gewährleistung der häuslichen Pflege durch regelmäßige Wiederauffrischung

Die Urlaubs- oder Ersatzpflege wird auch als Verhinderungspflege bezeichnet und dient einer Gewährleistung der häuslichen Pflege durch regelmäßige Wiederauffrischung der "Akkus" der normalerweise pflegenden Personen.

Ist eine Pflegeperson wegen Erholungsurlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen (zum Beispiel durch Teilnahme an weit entfernten Familienfeiern) an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegekasse Kosten der notwendigen Ersatzpflege im Kalenderjahr für längstens vier Wochen und unabhängig von der Pflegestufe, der der Pflegebedürftige angehört. Die Höchstgrenze liegt bei 1450 Euro. Weitere Bedingung: Die Pflegeperson muss den Pflegebedürftigen zuvor mindestens zwölf Monate in häuslicher Umgebung gepflegt haben.

Auch wenn das auf den ersten Blick banal klingt: Die Urlaubspflege hat zur Erhaltung der Fähigkeiten und auch zur Förderung der Pflegebereitschaft eine ganz besondere Bedeutung. Viele Pflegepersonen muten sich über lange Zeit einfach zu viel zu, physische und psychische Probleme entstehen aus der Rolle als Pflegender.

Daher ist ein Urlaub von der Pflege allen Pflegepersonen von Zeit zu Zeit anzuraten. Allerdings sollte der Anspruch nicht zu früh im Jahr verbraucht werden, insbesondere wenn die finanziellen Spielräume eng sind. Dann können später Zeiträume mit Hilfe dieser Leistung überbrückt werden, in denen die Pflegepersonen auf Grund von Erkrankungen nicht zur Verfügung stehen.

Natürlich kann der Pflegebedürftige frei darüber entscheiden, ob für die Dauer der Verhinderung seiner Pflegeperson die Ersatzpflege durch eine professionelle Pflegekraft oder durch nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen wie etwa Angehörige, Freunde oder Nachbarn sichergestellt werden soll.

Achtung: Bei einer Ersatzpflege durch Pflegepersonen, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft leben, wird vermutet, dass die Ersatzpflege nicht erwerbsmäßig ausgeübt wird. In diesen Fällen dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse den Betrag des Pflegegeldes nicht überschreiten. Bis zum zweiten Grade verwandt sind insbesondere Kinder, Enkel, Eltern, Großeltern sowie Geschwister des Pflegebedürftigen.

Beispiel Verdienstausfall und Fahrkosten, übernommen werden. Hier sind allerdings Quittungen oder andere Nachweise zu erbringen. Insgesamt dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse den Betrag von 1450 Euro nicht übersteigen.

Bei Ersatzpflege durch entferntere Verwandte oder Personen aus der Nachbarschaft sowie erwerbsmäßig tätigen Pflegekräften können bis zu 1450 Euro in Anspruch genommen werden.

Wird die Ersatzpflege durch andere Pflegepersonen sichergestellt, so dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse den Betrag des individuellen Pflegegeldes (siehe oben) nicht überschreiten. Zusätzlich können allerdings etwaige Auslagen, wie zum Beispiel Fahrkosten, bis zum Höchstbetrag von 1450 Euro im Kalenderjahr erstattet werden.

Die Verhinderungspflege kann auch außerhalb des häuslichen Bereichs erfolgen. Sie muss nicht durch eine Pflegefachkraft eines Pflegedienstes erbracht werden. Wird die Verhinderungspflege in einer stationären Einrichtung erbracht, wie zum Beispiel in einem Wohnheim für Behinderte, übernimmt die Pflegekasse die pflegebedingten Aufwendungen bis zu 2.800 Mark im Kalenderjahr.

Achtung: Entgelte für Unterkunft und Verpflegung sind – wie bei der häuslichen Pflege auch – von dem Pflegebedürftigen selbst zu tragen und können von der Pflegekasse nicht getragen werden.

 

 

 


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