Senken Fruchtsäfte das Alzheimer Risiko?

Freitag, 12. März 2010 verfasst von admin

Drei oder mehr Fruchtsäfte pro Woche waren in einer US-Studie mit einer um drei Viertel gesenkten Rate an Alzheimer-Erkrankungen assoziiert.

Die Autoren führen dies im American auf den hohen Gehalt an Polyphenolen in der Schale vieler Obstsorten zurück.

Der Morbus Alzheimer ist in Japan deutlich seltener als in den USA. Nach der Einwanderung in die USA steigt dagegen die Inzidenz, weshalb Epidemiologen Faktoren der veränderten Lebensweise oder der Diät als eine mögliche Ursache der Erkrankung vermuten. Das Kame Project, Teil einer größeren prospektiven Beobachtungsstudie, soll hier nähere Erkenntnisse liefern. An der Studie beteiligten sich von 1992 bis 1994 1.836 US-Amerikaner japanischer Herkunft, die zu Beginn der Studie nicht an einer Demenz litten. Sie wurden nach ihren Lebensgewohnheiten befragt und alle zwei Jahre kognitiven Tests unterzogen.

Wie Qi Dai von der Vanderbilt Universität in Nashville/Tennessee und Mitarbeiter jetzt berichten, erkrankten Japaner, die mindestens drei Fruchtsäfte pro Woche tranken, in den ersten 10 Jahren zu 76 Prozent seltener an einer Alzheimer-Demenz als die Teilnehmer, die weniger als einen Fruchtsaft pro Woche zu trinken angegeben hatten. Die Hazard Ratio von 0,24 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,09-0,61) war hoch signifikant.
Denkbar ist, dass der hohe Fruchtsaftkonsum nur ein Marker für einen noch unbekannten protektiven Faktor ist. Beobachtungsstudien sind hier niemals beweisend. Dai ist deshalb in der Bewertung zurückhaltend. Plausibel sei der Zusammenhang jedoch. Fruchtsäfte hätten einen hohen Gehalt an Polyphenolen, die ähnlich wie einige Vitamine antioxidative Eigenschaften haben. Polyphenole sind auch in Tee und in Wein enthalten, und in tierexperimentellen Studien hätten diese Substanzen die Lebenszeit um 59 Prozent verlängert und die kognitiven Leistungen der Tiere verbessert.

Daraus kann nicht geschlossen werden, dass dies beim Menschen auch so wäre, aber eine randomisierte kontrollierte Interventionsstudie wäre sicherlich ein interessantes Projekt.

Quelle: Qi Dai et al, Journal of Medicine 2006;119:751-759.

 

 


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