Hilfe im Pflegefall – 04

Freitag, 12. März 2010 verfasst von admin

Wie bereitet man sich auf die Begutachtung durch den MD vor?

Bei den Begutachtungen kommt es immer wieder zu Problemen. Denn sie erfolgen nach engen, einheitlichen Maßgaben und oft unter Zeitdruck. Die Begutachtung ist oft nicht viel mehr als eine Momentaufnahme, bei der der MD-Mitarbeiter leicht ein falsches Bild von der tatsächlichen Situation eines Pflegebedürftigen erhalten kann. Umso wichtiger ist es, sich auf den Besuch des Gutachters gründlich vorzubereiten, denn von seiner Einschätzung hängt es maßgeblich ab, ob und in welcher Höhe die Pflegekasse Leistungen gewährt.

Der Begutachtungstermin wird in der Regel rechtzeitig angekündigt. Sollte der Termin ungünstig sein, bitten Sie um einen neuen. Fordern Sie von Ihren behandelnden Ärzten oder aus dem Krankenhaus Ihre Krankenberichte an. Zum Begutachtungstermin gestalten Sie ihren Tagesablauf wie sonst auch. Der Gutachter soll Sie in einer normalen Alltagssituation antreffen und keinen "geschönten" Eindruck erhalten.

Bitte verschweigen Sie nichts aus falscher Scham oder Bescheidenheit. Geben Sie Ihren Pflege- und Betreuungsaufwand wahrheitsgemäß an. Verharmlosen Sie Ihre Situation nicht. Dadurch kann es zu Fehleinschätzungen kommen, die nur schwer zu korrigieren sind. Schildern Sie ihren täglichen Hilfebedarf und was Angehörige und Nachbarn an Pflegeverrichtungen für Sie erbringen.

Hilfreich ist, wenn Sie in den Tagen vor dem Besuch des Gutachters über die Tagesabläufe ein Pflegetagebuch führen und minutiös aufschreiben, bei welchen Verrichtungen Sie Hilfe brauchen und wie viel Zeit hierfür benötigt wird. Um offen über den notwendigen Bedarf zu sprechen, ist es wichtig, dass der Gutachter auch mit den Angehörigen und Pflegepersonen alleine spricht. Besonders bei Personen mit psychischen Störungen ist dies sehr wichtig.

Lassen Sie sich durch Fragen oder Äußerungen nicht verunsichern. Fragen Sie lieber mehrmals nach, wenn sie eine Frage nicht verstanden haben. Das hilft, Missverständnisse zu vermeiden. Vielleicht sind wichtige Tätigkeiten während der Begutachtung nicht angesprochen worden. Weisen Sie unbedingt darauf hin.

Passive Pflege ist nicht im Sinne der Pflegeversicherung. Aktivierende Pflege bezieht die vorhandenen Fähigkeiten des Pflegebedürftigen ein und benötigt in der Regel mehr Zeit als die vollständige Übernahme der Pflegeleistungen durch die Pflegeperson. Der Pflegebedürftige kann z. B. den Oberkörper selbst waschen, wenn die Pflegeperson den Waschlappen anreicht.

Ein „Pflegetagebuch“ können Sie übrigens bei der Münchner Schlaganfall-Selbsthilfegruppe kostenlos erhalten: eMail an EKuhlmay@aol.com genügt!

 

 


Falls für Sie diese Information hilfreich war, freuen wir uns über eine SPENDE

 

Ähnliche Beiträge

  1. Hilfe im Pflegefall – 01
  2. Hilfe im Pflegefall – 03
  3. Hilfe im Pflegefall – 07
Werbung

Rss Feed Tweeter button Facebook button Myspace button Linkedin button