Ärztliche Aufklärungspflicht – 05

Freitag, 12. März 2010 verfasst von admin

Die Beschwerde

Schließlich können Sie sich bei der zuständigen Ärztekammer über Ihren Arzt beschweren. Im Rahmen dieses Verfahrens können Sie zwar Ihren Unmut äußern, aber selbst keinerlei Ansprüche durchsetzen. Dieses Verfahren hat vielmehr ausschließlich den Verstoß gegen ärztliche Berufsvorschriften zum Gegenstand.

Welchen Weg sollte ich einschlagen?

Die beschriebenen Möglichkeiten haben unterschiedliche Zielrichtungen. Welches letztendlich das für Sie richtige Verfahren ist, hängt vom Einzelfall ab und kann nicht pauschal beantwortet werden. Die verschiedenen Verfahren kann man sich jedoch als eine Art Treppe vorstellen. Wenn Sie z. B. auf der ersten Stufe eine einvernehmliche Lösung im persönlichen Gespräch nicht erzielen konnten, sollten Sie zur nächsten Stufe der außergerichtlichen Schlichtung übergehen.

Erst danach empfiehlt sich ein Gerichtsverfahren. Ein solches Gerichtsverfahren kann sich jedoch über mehrere Jahre hinziehen. Der Ausgang des Verfahrens lässt sich oft kaum vorhersagen. Deshalb ist es auf jeder Stufe ratsam, immer wieder nach Möglichkeiten einer gütlichen Einigung im Wege eines Vergleiches zu suchen.

Es ist außerdem stets zu bedenken, dass das Arzt-Patient-Verhältnis auf gegenseitigem Vertrauen basiert. Diese Basis wird durch einen Zivilklage oder gar eine Strafanzeige zumeist zerstört. Sie müssen also abwägen, was Ihnen wichtiger ist: Entweder stellen Sie das Vertrauensverhältnis zu Ihrem Arzt mit einem für beide Seiten tragbaren Kompromiss wieder her oder Sie versuchen Ihre Rechte kompromisslos durchzusetzen. Eine Weiterbehandlung durch Ihren bisherigen Arzt wird damit praktisch unmöglich.

Beweissicherung

Wichtigster Punkt ist, dass Beweise so schnell wie möglich gesichert werden. Nur so ist gewährleistet, dass Sie Ihr Recht auch tatsächlich durchsetzen können.

  • Erstellen Sie ein Gedächtnisprotokoll über den gesamten Behandlungsverlauf. Dort sollten die vier "w"s enthalten sein, nämlich wer wann was warum bei Ihnen gemacht hat. Das Protokoll sollte möglichst vollständig und vor allem richtig sein.
  • Versuchen Sie Zeugen zu finden. Diese können in einem späteren Prozess als Beweismittel dienen. Zeugen sind vor Gericht zur wahrheitsgemäßen Aussage verpflichtet. Dies kann natürlich auch zu Ihrem Nachteil sein.
  • Verlangen Sie Einsichtnahme in Ihre Krankenakte. Der Arzt kann Ihnen dies nur in wenigen Fällen verweigern. Lassen Sie sich Fotokopien von wichtigen Dokumenten (z.B. Arztbriefe, Befunde, schriftliche Aufklärungsformulare) aushändigen.
  • In manchen Fällen ist es hilfreich, Fotos von sichtbaren Schäden anzufertigen. Werden die Fotos von einer Ihnen vertrauten Person angefertigt, kann diese später auch ein Zeuge für Sie sein.
  • Ein wichtiges Beweismittel kann auch die Weiterbehandlung durch einen anderen Arzt sein. Dieser hat Ihren momentanen Gesundheitszustand ausführlich zu dokumentieren.

 

 


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