Ärztliche Aufklärungspflicht – 02

Freitag, 12. März 2010 verfasst von admin

Das direkte Gespräch mit Ihrem Arzt

Bevor ein langwieriger und vor allem für alle Beteiligten unangenehmer Streit entsteht, ist es immer empfehlenswert, zunächst mit dem behandeln-den Arzt ein klärendes Gespräch zu führen. Führen Sie dieses Gespräch entweder alleine oder in Begleitung einer Ihnen nahestehenden Person.

Ein solches Gespräch kann zwei Zielrichtungen haben. Zum einen können Sie eventuell bestehende Missverständnisse aus der Welt schaffen. Zum anderen bietet sich die Chance für eine außergerichtliche Einigung. Dies ist für beide Seiten die schnellere und kostengünstigere Lösung. Der Arzt hat eine Haftpflichtversicherung, die für sein eventuelles Fehlverhalten aufkommt. Daher unser erster Ratschlag: Reden Sie sachlich, aber offen miteinander!

Das Privatgutachten

Ein weiterer Weg ist die Beauftragung eines medizinischen Privatgutachters. Dies sollte am besten ein Arzt sein, der über große Erfahrung in dem für Ihre Behandlung relevanten medizinischen Fachgebiet verfügt. Der Privatgutachter kann zur Klärung beitragen, ob wirklich ein Behandlungsfehler vorliegt oder nicht.

a) Vorteile:

  • Sie hören eine zweite Fachmeinung zu Ihrem Fall.
  • Sie haben die Möglichkeit, sich den Gutachter selbst auszusuchen.
  • Sie können vorab klären lassen, ob wirklich ein Behandlungsfehler vorliegt oder nicht.
  • Der Gutachter kann Ihnen Argumentationsmaterial (z.B. Bilder, Fachliteratur) an die Hand geben.

b) Nachteile:

  • Ein privates Gutachten zwingt den Arzt nicht dazu, Schadensersatz an Sie zu zahlen.
  • Es können sehr hohe Kosten für Sie persönlich entstehen. Sie müssen das Gutachten selbst bezahlen.
  • Es kann schwierig sein, einen fachlich kompetenten und neutralen Gutachter zu finden. Oftmals wird ein Gutachter nicht tätig werden wollen, weil er den betroffenen Arzt persönlich gut kennt.
  • Während der Begutachtung können Ihre Ansprüche verjähren, d.h. der Arzt kann sich darauf berufen, dass Sie zu spät gegen ihn vorge-gangen sind.
  • Ein später eingeschaltetes Gericht ist nicht an das Gutachten gebunden.
     

 


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