Ärztliche Aufklärungspflicht – 00

Freitag, 12. März 2010 verfasst von admin

Die Entscheidung für oder gegen eine ärztliche Behandlung wird oft schnell getroffen, kann aber eine der schwierigsten überhaupt sein.

Schließlich geht es hierbei um den eigenen Körper, die Auswirkungen auf Gesundheit, Lebensqualität und unter Umständen in Extremfällen sogar um die Ent-scheidung zwischen Leben und Tod.

Deshalb ist es besonders wichtig, dass Patienten vor einer Behandlung ge-nauestens über die Krankheit, die Therapie, die möglichen Therapiealterna-tiven, die jeweiligen Vor- und Nachteile und die Risiken und Nebenwirkun-gen einer Behandlung informiert werden. Der Arzt hat deshalb eine Aufklä-rungspflicht. Diese soll die Entscheidungsfreiheit und körperliche Unver-sehrtheit des Patienten sicherstellen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen zeigen, worauf Sie bei einem ärztlichen Aufklärungsgespräch achten sollten. Ebenso möchten wir Sie darauf hin-weisen, wie Sie vorgehen sollten, wenn Sie aufgrund unzureichender ärztli-cher Aufklärung mit dem Therapieergebnis unzufrieden sind.

I. WARUM MUSS EIN ARZT AUFKLÄREN?

a) Die ärztliche Aufklärung als Voraussetzung für eine Behandlung

Jeder Mensch hat ein sogar verfassungsrechtlich geschütztes Recht dar-auf, selbst zu entscheiden, was mit seinem Körper geschieht. Dieses soge-nannte Selbstbestimmungsrecht lässt zunächst aus rechtlicher Sicht jede ärztliche Behandlung als eine Körperverletzung erscheinen. Dies gilt selbst dann, wenn aus Sicht des Arztes eine medizinische Notwendigkeit für eine Behandlung besteht.

Eine Behandlung geschieht nur dann rechtmäßig, wenn der Patient vorher seine Einwilligung gegeben hat. Die Einwilligung ist nur dann wirksam, wenn der Patient vom Arzt zuvor richtig und umfassend aufgeklärt wurde.

Eine ärztliche Behandlung ist unwiderruflich. Sie kann in der Regel nicht rückgängig gemacht werden. Deshalb ist der Patient bei seiner Entschei-dung für oder gegen eine medizinische Maßnahme in einer ganz besonde-ren Situation. Vor der Entscheidung für eine Behandlung muss er deshalb vom Arzt eine verständliche und umfassende Information über folgende Themen erhalten:

  • über seine jetzige Situation, d.h. über die Krankheit, an der er leidet, und
  • über die Behandlungsmöglichkeiten,
  • die Risiken der Behandlung,
  • die Nebenwirkungen und möglichen Folgen der Behandlung.

Nur auf der Grundlage einer umfassenden Information über Chancen und Risiken einer Behandlung ist es dem Patienten möglich, das Für und Wider gegeneinander abzuwägen und zu einer selbstbestimmten Entscheidung zu gelangen.

 

 


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