Transporter-Eiweiß Mdr-1 hemmen, Medikamentenwirkung verbessern

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Forscher der Universität Zürich haben herausgefunden, weshalb viel versprechende Schlaganfall-Medikamente nicht wirken:

Im Tierversuch konnten sie nachweisen, dass ein Transporter-Eiweiß die verabreichten Wirkstoffe einer Medikamentengruppe aus dem Gehirn entfernt. Wird dieses Protein blockiert, könnten in der Schlaganfall-Therapie künftig bessere Erfolge erzielt werden, wie die Hochschule mitteilt.

Ursache des Schlaganfalls ist meist eine plötzliche Durchblutungsstörung des Gehirns. Diese entsteht, wenn ein Blutgerinnsel eines der Gefäße verschließt, die das Gehirn mit Blut versorgen. Als Folge erhalten die Nervenzellen zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Sie werden dadurch meist dauerhaft geschädigt.

In den vergangenen 15 Jahren haben Wissenschaftler den Angaben nach vergeblich versucht, die minderdurchbluteten Nervenzellen durch Medikamente aus der Gruppe so genannter Neuroprotektiva zu schützen.

Der Grund für die gescheiterten Studien war bislang unklar. Die Arbeitsgruppe des Neurologen Dirk Hermann von der Universität Zürich hat nun nachgewiesen, dass die verabreichten Medikamente in hohem Maße aktiv aus der geschädigten Hirnregion zurück in die Blutbahn transportiert werden.

Die Forscher der Neurologischen Poliklinik konnten im Tierversuch nachweisen, dass das Transporter-Eiweiß Mdr-1 innerhalb weniger Stunden nach einem Schlaganfall im minderdurchbluteten Hirngewebe verstärkt gebildet wird. Mdr-1 ist in der Lage, die verabreichten Medikamentein in die Blutbahn zu befördern, und verhindert damit, dass sich diese im geschädigten Hirngewebe anreichern.

Indem die Wissenschaftler das Transporter-Eiweiß Mdr-1 hemmten, konnten sie die Konzentration verschiedener überlebensfördernder Substanzen bis zum Zehnfachen steigern, was die Wirksamkeit der Medikamente deutlich verbessert.

Aufgrund ihrer Beobachtungen sind die Forscher überzeugt, dass Mdr-1 mit dafür verantwortlich ist, dass zahlreiche Neuroprotektiva in der Schlaganfalltherapie versagt haben.

Ihre Entdeckung eröffne wichtige neue Perspektiven für die Schlaganfalltherapie, heißt es weiter. Medikamente, die Mdr-1 hemmen, befinden sich bereits in der klinischen Entwicklungsphase.

Durch ihren Einsatz sollte es gelingen, Medikamente deutlich effizienter als bisher in das Hirngewebe einzuschleusen und die Erholung des minderdurchbluteten Gewebes dauerhaft sicherzustellen, hoffen die Forscher.

Quelle: netdoktor.de

 

 


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