Parodontose schädigt Blutgefäße

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Es gibt einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen des Zahnfleischs und dem Zustand von Blutgefäßen im Körper.

Das berichten Zahnmediziner der Universitäten von London und Connecticut in der aktuellen Ausgabe des New England Journal of Medicine (Bd. 356, S. 911,2007). Sie teilten 120 Patienten mit starker Parodontose, einer bakteriell bedingten Entzündung des
Zahnfleischs, in zwei Gruppen auf: Die eine Hälfte erhielt eine Intensiv-Behandlung, bei der unheilbar geschädigte Zähne und bakterielle Ablagerungen restlos entfernt wurden. Die Kontrollgruppe wurde einer Standard-Behandlung unterzogen, bei der die betroffenen Zähne lediglich abgeschliffen wurden.

Zwei Monate nach der Therapie verbesserten sich die Funktion der Blutgefäße, die Durchblutung im ganzen Körper, sowie die Blutwerte. Dieser Effekt war bei der Intensivgruppe stärker ausgeprägt als bei der Kontrollgruppe und trat zeitgleich mit der Verbesserung des Gesundheitszustands des Zahnfleischs auf.

In mehreren vorausgegangenen Studien war schonvermutet worden, dass mangelnde Zahnhygiene mit Erkrankungen der Blutgefäße, Herzinfarkten und Schlaganfällen zu tun haben könnte.

"Mit dieser Untersuchung konnten wir erstmals einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Gesundheitszustand von Zähnen und Blutgefäßen nachweisen", sagt Studienautor John Deanfield von der Universität London.

Ungeklärt ist hingegen nach wie vor, über welchen Mechanismus Parodontose-Bakterien die Blutgefäße beeinflussen. Möglicherweise können die Bakterien in die Blutbahnen eindringen und dort die Gefäße direkt schädigen.

Aus: Süddeutsche Zeitung Nr. 55 vom Mittwoch, 7. März 2007

 

 


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