Mehr Frauen als Männer sterben an Herzerkrankungen

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Mancher Mythos ist hartnäckig, zum Beispiel: Herzerkrankungen treffen vor allem Männer. Daran ist kein Quäntchen Wahrheit, denn viel mehr Frauen als Männer sterben daran.

Frauen leben gefährlich.
In der westlichen Welt lässt etwa jede dritte Frau ihr Leben aufgrund einer Herzerkrankung, warnt die American Heart Association (AHA) auf ihrer Webseite (www.americanheart.org). Mehr als doppelt so viele Frauen sterben an kranken Herzen als an Krebs. Außerdem sind es insgesamt mehr Frauen als Männer: Wie das Statistische Bundesamt im Jahr 2005 berichtet, starben knapp 139.000 Frauen und rund 94.000 Männer an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche oder koronarer Herzkrankheit (KHK). Auf Platz eins der häufigsten Todesursachen liegt bei beiden Geschlechtern die KHK. Trotz dieser beängstigenden Statistik halten viele Ärzte und Laien den kranken Körpermotor immer noch für ein Männerproblem. Eine Umfrage der AHA ergab, dass nur 13 Prozent der Frauen Krankheiten von Herz und Kreislauf als mögliche Bedrohung wahrnehmen.

Richtlinien aufgefrischt
Im Jahr 2004 publizierte die AHA spezielle Richtlinien für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen. Sie sollten Ärzten helfen, frauenspezifische Symptome und Risikofaktoren besser einzuschätzen. Jetzt hat die AHA aktuelle Studien zu diesem Thema ausgewertet und kam zu neuen Erkenntnissen.

Das Ergebnis sind Empfehlungen, bei denen es vor allem um die Prävention weiblicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen geht (Circulation, 20. März 2007, Online-Vorabveröffentlichung). Anhand spezieller Kriterien werden Frauen jetzt in drei Risikokategorien eingestuft: Hochrisiko, Risiko und optimales Risiko (= kein erhöhtes Risiko). Für jede Gruppe gibt es spezielle Empfehlungen.

Risiko für jede Frau
Überraschend sind die scharfen Risikokriterien der AHA, denn sie betreffen fast jede Frau. Rauchen, Übergewicht, mangelnde Bewegung, erhöhter Blutdruck oder Herzinfarkt in der Familie erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen so weit, dass vorbeugende Maßnahmen notwendig sind. "Selbst ein einziger Risikofaktor führt zu einem deutlich erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko und einer verkürzten Lebenserwartung", so die Autoren. Frauen, die gleich mehrere Risikofaktoren auf sich vereinen, gelten als Hochrisikopatienten. Diabetikerinnen zählen beispielsweise automatisch zur Hochrisikogruppe.

Im Umkehrschluss bedeute dies, dass nur etwa zehn Prozent der Frauen über 20 Jahren kein erhöhtes Risiko haben, schlussfolgern die Forscher. Sie pflegen einen gesunden Lebensstil und haben keinerlei Risikofaktoren.

Trimm dich!
Eine Änderung in den neuen Richtlinien betrifft die körperliche Bewegung. "Wir empfehlen allen Frauen, sich mindestens 30 Minuten täglich zu bewegen. Übergewichtige Frauen sollten sich täglich 60 bis 90 Minuten bewegen, um das Gewicht zu reduzieren und dann zu halten", betont die Autorin Dr. Lori Mosca vom New York-Presbyterian Hospital gegenüber "heartwire". Zudem sollten alle Frauen aufs Rauchen verzichten und sich gesund ernähren. Hier gelten die bekannten Empfehlungen: Viel Obst und Gemüse, zweimal wöchentlich Fisch, nicht mehr als zehn Prozent gesättigte Fettsäuren und maximal 300 Milligramm Cholesterin pro Tag.

Präventionspillen
Eine Blutverdünnung mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS) wird im Gegensatz zu früher für alle Hochrisiko-Patientinnen und alle Frauen über 65 Jahre empfohlen. "Allerdings muss das Herzinfarktrisiko größer sein als das Risiko schwerer Nebenwirkungen", erklärt Mosca. Schwieriger wird es bei Frauen, die jünger als 65 sind. Hier gibt es keine ausreichenden Beweise, dass ASS einem Herzinfarkt vorbeugen kann. Allerdings kann die Substanz das Risiko für einen Schlaganfall senken. Hier müssen Ärzte individuell entscheiden und das Risiko eines Schlaganfalls gegen mögliche Nebenwirkungen abwägen.

Finger weg!
Neben den neuen Empfehlungen wird auch von manchen früher empfohlenen Therapien abgeraten. Folsäure wird zwar weiterhin für schwangere Frauen empfohlen, um fetalen Missbildungen vorzubeugen – dem Herzen hilft es jedoch nicht. Vor einigen Jahren wurde Folsäure noch zur Prävention eingesetzt.

Auch von der Hormonbehandlung in den Wechseljahren (HRT), der zusätzlichen Einnahme von Vitamin E, C oder Beta Carotin und der generellen Einnahme von ASS bei Frauen unter 65 Jahre wird abgeraten. Mosca resümiert: "Ärzten können ihr Hauptaugenmerk frühzeitig auf die Prävention legen, um Frauen später nicht akut behandeln zu müssen."

aus: netdoktor.de

 

 


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