Mediziner errechnen Infarktrisiko aus vielen Faktoren

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Es geht nicht mehr nur um Cholesterin: Mediziner errechnen das Risiko eines Infarkts inzwischen aus vielen Faktoren:

ALTER
Der wichtigste Faktor. Herzinfarkt steht am Ende einer chronischen Entzündung in den Gefäßwänden, die der Körper bei einigen Menschen mit zunehmendem Alter immer schlechter kontrolliert.

GESCHLECHT
Männer und Frauen sterben etwa gleich häufig an Herzleiden, allerdings erkranken Frauen im Durchschnitt sieben bis zehn Jahre später.

FAMILIENGESCHICHTE
Wenn Verwandte ersten Grades – also Eltern und Geschwister – vor dem 60. Lebensjahr einen Infarkt erleiden, weist das auf eine erbliche Anfälligkeit hin.

LDL-CHOLESTERIN
Da Fette und ähnliche Stoffe nicht in Wasser löslich sind, werden sie im Blut in kleinen Paketen transportiert. LDL- Cholesterin ("böses Cholesterin") ist der Name dieser Partikel, die Cholesterin und andere Stoffe im Körper verteilen. Mit steigenden Werten steigt das Risiko.

HDL-CHOLESTERIN
HDL-Cholesterin-Partikel dienen unter anderem dem Abtransport von überschüssigem Cholesterin. Mit steigenden Werten sinkt das Risiko.

TRIGLYZERIDE
Ist die chemische Bezeichnung für Fette, die wie Cholesterin als Pakete durch die Blutbahn fließen.

TÄGLICH OBST UND GEMÜSE
Liefern eine Vielzahl günstiger Inhaltsstoffe und senken daher das Risiko.

RAUCHEN
Tabakrauch enthält Hunderte Giftstoffe, die die Lungen und Gefäßwände angreifen.

ALKOHOL
Verringert bei Älteren das Risiko etwas, wenn er moderat getrunken wird.

BLUTDRUCK
Erhöhter Druck zeigt eine stärkere Belastung des Herz-Kreislauf-Systems.

DIABETES
Alters-Diabetes (auch Typ-2-Diabetes) entsteht, wenn dem Körper dauerhaft mehr Energie zugeführt wird, als er verbrauchen kann. Das Ungleichgewicht hat Störungen des Insulin- und Zuckerhaushalts zur Folge und erhöht das Infarktrisiko.

HOMOZYSTEIN
Höhere Werte sind ein Risikohinweis. Allerdings ist unklar, ob eine Absenkung durch Vitamine vor Infarkten schützt.

C-REAKTIVES PROTEIN
Ist ein Hinweis auf versteckte Entzündungen im Körper, etwa an Herzgefäßen.

ÜBERGEWICHT
Ist ein Risiko, wenn es mit Blutdruck- und Blutfettveränderungen einhergeht.

BEWEGUNGSMANGEL
Begünstigt Übergewicht und Diabetes.

STRESS/PSYCHOSOZIALE FAKTOREN
Stress im Beruf oder Privatleben ist offenbar dann ungesund. wenn man sich ihm wehrlos ausgeliefert fühlt.

Dieser Test funktioniert wie eine einfache Rechenaufgabe:

Europäische Kardiologen setzen auf "Score". Hier legen zunächst Alter, Geschlecht und Rauchverhalten ein Kästchen mit Zahlen fest. Darin bestimmen Blutdruck und Cholesterin das Risiko, in den kommenden zehn Jahren einen tödlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Sie machen aber nur ein Drittel bis zur Hälfte aller Attacken aus. Es gibt Punkte für Lebensumstände wie das Alter und medizinische Größen wie den Blutdruckwert. Die Summe der Punkte lässt sich dann mit einer Tabelle in das Risiko übersetzen, in den kommenden zehn Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden.

Aus: wissen 01/2005, Wissenschaftsmagazin der Süddeutschen Zeitung

 


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