IQWiG publiziert Vorbericht zu Antihypertensiva

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

KÖLN (ikr). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat gestern einen Vorbericht zu Antihypertensiva bei Erwachsenen mit Bluthochdruck publiziert.

Darin heißt es: "Thiaziddiuretika und Chlorthalidon sind die blutdrucksenkenden Wirkstoffe mit dem am besten belegten Nutzen." Der Vorbericht hat keine rechtliche Relevanz für Vertragsärzte.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller bewertet den Vorbericht in einer Pressemitteilung als irrelevant, "weil er nur wenige Studien in die Bewertung einbezogen hat und die ärztliche Erfahrung komplett ignoriert".

Das IQWiG hat den Nutzen von fünf in Deutschland zur Behandlung bei essentiellem Bluthochdruck erhältlichen Wirkstoffgruppen untersucht und verglichen, und zwar von Diuretika, Beta-Blockern, ACE-Hemmern, Kalzium-Antagonisten und Angiotensin-II-Antagonisten.

Beurteilt hat das Kölner Institut den Nutzen der Antihypertensiva danach, wie gut sie die möglichen Folgekomplikationen einer essentiellen Hypertonie verhindern. Bewertet wurden die Auswirkungen auf folgende Therapieziele: Lebensverlängerung, Vorbeugung von Herzerkrankungen, von Schlaganfällen, von sonstigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und von Nierenschäden. Dazu hat das Institut 16 Studien analysiert. Schlußfolgerung: "Diuretika (Thiaziddiuretika und Chlorthalidon) sind die einzigen der untersuchten Wirkstoffgruppen, die bei keinem Therapieziel einer anderen Wirkstoffgruppe unterlegen waren. Bei einigen Aspekten waren Diuretika anderen Wirkstoffgruppen überlegen." Und: Im Hinblick auf das Therapieziel Lebensverlängerung habe sich keine Wirkstoffgruppe einer anderen überlegen gezeigt. Unterschiede gebe es bei der Prävention von Schlaganfall und Herzkrankheiten:

"Diuretika (Thiaziddiuretika und Chlorthalidon) schnitten deutlich besser ab als ACE-Hemmer und Kalziumantagonisten bei der Vorbeugung von Herzversagen. Diese Diuretika wiesen ebenfalls Vorteile gegenüber den ACE-Hemmern bei der Vorbeugung von Schlaganfällen sowie bei der Zahl verschiedener Herz-Kreislauf-Ereignisse auf."
"Beta-Blocker waren bei keinem untersuchten Therapieziel einer anderen Gruppe überlegen. Beta-Blocker haben in einer Studie deutlich schlechter abgeschnitten als Diuretika bei der Schlaganfall-Prävention."
"ACE-Hemmer schnitten deutlich besser ab als Kalziumantagonisten bei der Vorbeugung von Herzversagen."
"Kalzium-Antagonisten schnitten deutlich besser ab als ACE-Hemmer bei der Vorbeugung von Schlaganfällen. Ca-Antagonisten waren außerdem deutlich besser als Angiotensin-II-Antagonisten bei der Vorbeugung von Herzinfarkten."
"Angiotensin-II-Antagonisten waren den Betablockern deutlich überlegen, was die Summe verschiedener Herz-Kreislauf-Ereignisse und der Schlaganfälle betrifft."

http://www.iqwig.de/

 

 


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