Hoher Blutdruck lässt sich effektiv durch ein Implantat bekämpfen

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Chicago (ddp). Hoher Blutdruck lässt sich effektiv durch ein Implantat an der Halsschlagader bekämpfen.

Es stimuliert bestimmte Nerven und aktiviert so die körpereigenen Mechanismen zur Blutdruckregulierung.

Damit hätten auch solche Patienten eine Therapieoption, bei denen Medikamente nicht anschlagen, berichten Forscher um John Bisognano vom medizinischen Zentrum der Universität von Rochester.

Bei zehn Patienten setzten die Mediziner ein Implantat ein. Die Blutdruckwerte reduzierten sich damit um durchschnittlich 20 Einheiten, sagten die Forscher auf einer Konferenz der Amerikanischen Herzgesellschaft in Chicago.

Um den Blutdruck von Patienten zu senken, wollen Wissenschaftler schon lange direkt in den Regelkreislauf des Organismus eingreifen. An bestimmten Stellen, eine davon liegt an der Halsschlagader, messen Nerven den Blutdruck und melden diesen ans Gehirn.

Für die Forscher lag es daher nahe, diese Region elektrisch zu stimulieren, um die Selbstregulierung anzuregen. Dazu setzen sie ähnlich wie beim Herzschrittmacher einen Impulsgeber in die Brustwand. Vom diesem gehen Drähte zu zwei kleinen Manschetten, die um die Halsschlagader liegen und die dortigen Nerven zur Blutdruckregulierung stimulieren.

Die Wissenschaftler setzten das Implantat bei zehn Probanden ein und konnten nach einem Monat eine deutliche Reduzierung der Blutdruckwerte feststellen. Der höhere, so genannte systolische Wert verminderte sich durchschnittlich von 180 auf 158, der zweite, diastolische Wert von 105 auf 87. Im Beobachtungszeitraum traten keine Nebenwirkungen auf, berichteten die Forscher.

Mit ihrer Studie wollen sie den Weg zur Zulassung und Kommerzialisierung des Verfahrens in den USA ebenen. „Die Therapie ist ein viel versprechender Ansatz, da die Patienten, die dafür in Frage kommen, nichts anders haben“, sagte Stefan Engeli von der Berliner Universitätsklinik Charité der Nachrichtenagentur ddp.

An der Charité läuft eine ähnliche Studie zur Stimulation der Blutdruckregulation. Ziel ist die Prüfung und Zulassung des Stimulationsverfahrens für Deutschland.

Wann hier mit ersten Produkten zu rechnen ist, lassen die Forscher jedoch noch offen. Mediziner schätzen, dass 10 bis 20 Prozent der Gesamtbevölkerung an Bluthochdruck leiden. Bei rund zwei bis drei Prozent der Bluthochdruckpatienten schlage eine medikamentöse Therapie nicht an, sagte Engeli.

 

 


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