Herzschwäche entsteht nicht immer durch Infarkt oder Herzklappenfehler

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Eine Herzschwäche entsteht nicht immer durch einen Infarkt oder einen Herzklappenfehler. Auch fehlgeleitete Attacken des Immunsystems können dazu führen, dass bei manchen Menschen die Leistung der Blutpumpe nachlässt.

Wie die Julius-Maximilians-Universität Würzburg mitteilt, könnten gegen dieses Leiden künftig Eiweißmoleküle helfen. Der Mediziner Roland Jahns von der Uni Würzburg hat jetzt einen speziellen Fall von Herzschwäche untersucht, bei dem fälschlicherweise gebildete Antikörper einen Rezeptor in der Wand der Herzmuskelzellen angreifen. Die Antikörper wirken ähnlich wie Adrenalin. Ihre Aktivität bewirkt im Laufe der Zeit eine fortschreitende Erweiterung und Funktionseinschränkung der linken Herzkammer.

Am Modell der Ratte hat die Arbeitsgruppe von Jahns gezeigt, dass sich die schädlichen Antikörper durch stabile kleine Eiweißringe, so genannte Zyklopeptide, neutralisieren lassen. Erhielten die Tiere die Zyklopeptide vor dem Ausbruch der Krankheit, so wurde die Entstehung der Herzschwäche verhindert. Bekamen sie das Mittel therapeutisch verabreicht, ließ sich das Leiden sogar rückgängig machen.

Für die weitere Forschung stünden dem Team voraussichtlich drei Millionen Euro aus der „Gründungsoffensive Biofeedback“ (GO-Bio) des Bundesforschungsministeriums zur Verfügung, heißt es weiter.

Die bereits patentierten Zyklopeptide sollen jetzt für den klinischen Einsatz weiterentwickelt werden. Schließlich sollen erste Studien an Herzschwäche-Patienten mit einem fehlgeleiteten Immunsystem durchgeführt werden.

Außerdem ist ein neuartiges Diagnoseverfahren geplant: Damit sollen künftig Herzschwäche-Patienten identifiziert werden, die die schädlichen Antikörper im Blut haben. Ihnen könnte dann eine zielgerichtete Therapie angeboten werden.

Mittelfristig ist den Angaben nach die Gründung einer Firma vorgesehen, die beide Anwendungsgebiete der Zyklopeptide in Kooperation mit anderen Pharma- und Biotech-Unternehmen in die Praxis umsetzen soll.

Quelle: netdoktor.de

 

 

 


Falls für Sie diese Information hilfreich war, freuen wir uns über eine SPENDE

 

Ähnliche Beiträge

  1. Karotis-Stenose: Operation oder Stent haben ähnliches Risiko
  2. Infarkt-Therapie lässt Adern wachsen
  3. Druckentlastung durch Entfernung der Schädeldecke
Werbung

Rss Feed Tweeter button Facebook button Myspace button Linkedin button