Gendiagnosik in der Medizin

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Das SZ-Gesundheitsforum klärt medizinisch auf und setzt sich mit ethischen und gesundheitspolitischen Fragen auseinander.

 

Es wurde 1970 ins Leben gerufen. Es geht ihm um Aufklärung, Sorge und Vorsorge für den Menschen, der in einer Zeit des medizinischen Fortschritts, aber auch der zunehmenden Belastung lebt.

„Gendiagnostik in der Medizin – Erfolge, Hoffnungen, Ängste“ lautet das nächste Thema einer sicher wieder hochinteressanten Podiumsdiskussion, zu der die Münchner Schlaganfall-Selbsthilfegruppe – übrigens als einzige in Bayern – nunmehr schon zum 14. Mal eingeladen ist.

Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms ist das größte Projekt in der Geschichte der Wissenschaft. Die vollständige Sequenz liegt mittlerweile vor. Die Hauptarbeit aber, die Identifizierung von Funktionszusammenhängen zwischen Genen und Genprodukten, steht noch bevor.

In der Medizin haben die Erkenntnisse des Humangenomprojekts bisher vor allem zur Erweiterung von diagnostischen, kaum aber von therapeutischen Möglichkeiten geführt. Schon seit den 70er Jahren (vor dem Humangenomprojekt) können Veränderungen der Chromosomen, wie das Down-Syndrom, mikroskopisch untersucht werden.

Durch das Humangenomprojekt sind immer mehr Gentests verfügbar, mit denen auch genetische Veränderungen auf molekularer Ebene entdeckt werden können. Damit können klinische Verdachtsdiagnosen bestätigt, aber auch genetische Anlagen für Krankheiten, die erst später im Leben oder nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auftreten werden, diagnostiziert werden.

Mit der Genchiptechnologie wird es voraussichtlich in absehbarer Zeit möglich sein, eine große Zahl von Krankheitsanlagen gleichzeitig zu bestimmen. Genetisches Wissen kann zu psychischen Belastungen, moralischen Konflikten und Diskriminierung führen. Dies gilt, auch wenn (oder gerade weil) der Zusammenhang zwischen diagnostizierbaren genetischen Veränderungen und tatsächlich auftretenden Krankheiten vielfach komplex und noch wenig verstanden ist. Spezielle gesetzliche Regelungen zum Schutz der Patientenrechte existieren hierzulande bisher nicht.

Diesen hieraus entstehenden hochinteressanten Fragenkomplex diskutierten sieben renommierte Humangenetiker, darunter Prof. Meitinger, Direktor des Instituts für Humangenetik der TU München. Die Münchner Schlaganfall-Selbsthilfegruppe ist wie in der Vergangenheit als einzige Selbsthilfegruppe Schlaganfallbetroffener eingeladen.

 

 


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