Feinstaub: Gesundheitsrisiko höher als gedacht

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

München (netdoktor.de) – Das Leben in Städten mit großer Luftverschmutzung ist anscheinend gefährlicher als gedacht.

 

Bei einer erhöhten Feinstaubbelastung wächst die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Ein Anstieg von 10 Mikrogramm Feinstaub pro Quadratmeter Luft lässt das Risiko einer Attacke um 24 Prozent klettern. Die Gefahr, einen solchen Anfall nicht zu überleben, steigt gar um 76 Prozent.

Das ergab eine Studie von US-Medizinern, die in der aktuellen Ausgabe des „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde (NEJM No.5, Vol.356, 2007). Die Forscher durchforsteten die Krankenakten von rund 66.000 Frauen zwischen 50 und 79 Jahren. Sie verglichen die medizinischen Daten mit der Feinstaubbelastung, die an den jeweiligen Wohnorten herrschte. Zwischen einer hohen Luftbelastung und dem Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen zeigte sich ein wesentlich deutlicherer Zusammenhang als in früheren Studien. Der Feinstaub schädige die Gefäße, so die Forscher. Unklar ist aber, wie das genau funktioniert.

Ärzte vermuten jedoch, dass die Partikel die Empfindlichkeit der Gefäßwand erhöhen und die Entwicklung von Arterienverkalkungen beschleunigen. Bei Männern könnte das Erkrankungsrisiko durch den Feinstaub niedriger liegen. Darauf deuteten andere Studien hin. Die Ergebnisse sind umweltpolitisch interessant: Die Forscher stuften schon Schadstoffwerte von 20 Mikrogramm pro Quadratmeter als gefährlich ein. Der für 2015 geplante EU-Grenzwert erlaubt 25 Mikrogramm pro Quadratmeter.

 

 

 


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