Enzym FSAP spielt eine Schlüsselrolle

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Gießen (ddp). Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören in der westlichen Welt zu den häufigsten Todesursachen.

Ursache ist in den meisten Fällen eine über Jahre fortschreitende Gefäßverengung.

Gießener Wissenschaftler haben jetzt gemeinsam mit Kollegen aus Marburg und Dresden die noch weitgehend unverstandenen Mechanismen, die zu dieser Krankheit führen, weiter aufgeklärt. Sie konnten zeigen, dass ein körpereigenes Enzym, FSAP genannt, eine Schlüsselrolle spielt. Das teilt die Justus-Liebig-Universität Gießen mit.

FSAP spaltet und inaktiviert den Wachstumsfaktor PDGF, der hauptsächlich für die Zellvermehrung in erkrankten Gefäßen zuständig ist. Indem es die schädliche Wirkung von PDGF auf die Gefäßwand unterbindet, schützt FSAP die Gefäße normalerweise vor bedrohlichen Verengungen. Etwa fünf Prozent der Bevölkerung haben jedoch einen Defekt im Gen für FSAP, der dazu führt, dass es den schädlichen Wachstumsfaktor PDGF nicht mehr inaktivieren kann.

Die Untersuchungen der Gießener Wissenschaftler legen nun nahe, dass Menschen mit diesem Gendefekt deutlich anfälliger für verengende Gefäßerkrankungen sind und somit eventuell ein erhöhtes Risiko haben, an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erkranken.

In weiteren klinischen Untersuchungen soll jetzt überprüft werden, wie hoch das Risiko von Personen mit diesem Gendefekt ist, nach einer Dehnung der Gefäße durch einen Herzkatheter, einen erneuten Gefäßverschluss zu erleiden. Außerdem wollen die Wissenschaftler herausfinden, ob durch eine Beeinflussung des FSAP ein therapeutischer Nutzen bei verengenden Gefäßerkrankungen erzielt werden kann.

 

 


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