Ein Medikament gegen die Bluterkrankheit hilft auch Patienten, die einen Schlaganfall aufgrund einer Hirnblutung erleiden

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Frühzeitig eingesetzt, begrenze es die Hirnblutung und könne damit den Grad der Behinderungen deutlich abschwächen.

Dies belegt eine internationale Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "The New England Journal of Medicine" (NEJM 2005; 352; 777-785).

Eingesetzt wurde der gentechnisch hergestellte Wirkstoff "Eptacog alfa", der dem natürlichen Gerinnungseiweiß Faktor VIIa entspricht. Die Studie wurde mit 399 Patienten aus 20 Ländern durchgeführt. Teilnehmen durften nur Schlaganfall-Patienten, deren Hirnblutung durch eine Computer-Tomographie (CT) zweifelsfrei festgestellt wurde.

Außerdem durften nicht mehr als drei Stunden seit dem Beginn des Schlaganfalls vergangen sein, so dass die Einblutungen noch frisch waren. "Nur dann ist eine Behandlung mit einem dem 'Faktor VIIa' ähnlichem Wirkstoff überhaupt sinnvoll", erklärt Prof. Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG).

Das Medikament verminderte die Ausdehnung der Hirnblutungen signifikant. Dementsprechend sank die Sterblichkeit in den ersten 90 Tagen von 29 Prozent auf 19 Prozent. Der Anteil derjenigen Patienten, die verstarben oder eine schwere Behinderung davontrugen, sank signifikant von 69 auf 53 Prozent. Werden sieben Patienten mit Hirnblutung mit Faktor VIIa behandelt, lässt sich ein Patient vor dem Tod oder einer schweren Behinderung retten.

Doch die Behandlung ist mit Risiken verbunden: Der gentechnisch hergestellte Faktor VIIa kann Komplikationen wie Herzinfarkte oder sogar ischämische Schlaganfälle auslösen – als Folge einer Blutgerinnung in den Arterien. Diese Komplikation trat bei sieben Prozent der Patienten auf, die Faktor VIIa erhielten, aber nur bei zwei Prozent in der Placebo-Gruppe.

In weiteren Studien soll untersucht werden, ob die Komplikationsrate zu senken ist. "Deshalb sollte die Behandlung vorerst nur mit Zurückhaltung eingesetzt werden", fordert die DSG. Jeder sechste Schlaganfall ist die Folge einer Hirnblutung. Häufig sind es Menschen mit einer Hochdruckerkrankung, bei denen es spontan – das heißt ohne äußere Verletzung – zu einer Einblutung ins Gehirn kommt. "Eine wirksame Behandlungsmöglichkeit gab es bisher nicht," sagt Grond. So sterben heute noch zwei von drei Patienten oder erleiden schwerste Behinderungen.

Quelle: netdoktor.de
 

 


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