Beratung zur Lebensführung können Diabetes-Typ-2 nachhaltig reduzieren

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Einer neuen Auswertung der Finnischen Diabetes-Präventions-Studie (Finnish DPS) zufolge können Menschen mit hohem Diabetes-Typ-2-Risiko mit Hilfe einer strengen Diät und einem Bewegungstraining ihre Lebensführung nachhaltig ändern und somit das Einsetzen der Erkrankung, selbst nach dem Ende der aktiven Beratungen, verzögern.

Etwa 50 Prozent der Personen mit einer Glukosetoleranzstörung werden im Verlauf von zehn Jahren einen Diabetes entwickeln, wenn sie auf aktive Einflussnahme verzichten. In der Studie wurden übergewichtige Personen mittleren Alters mit Glukosetoleranzstörung zufällig in eine Gruppe mit intensiver Beratung zur Lebensführung oder eine Kontrollgruppe eingeteilt. Die erste Gruppe erhielt genaue und persönlich zugeschnittene Tipps, um bestimmte Ziele wie Gewichtsabnahme, verringerten Konsum von Fetten und gesättigten Fetten, vermehrte Aufnahme von Ballaststoffen sowie tägliche moderate körperliche Aktivität für 30 Minuten oder auch länger, zu erreichen. Nach vier Jahren aktiver Beratung erzielte die erste Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine 58-prozentige Verringerung des relativen Diabetes-Typ-2-Risikos.

Die erneute Auswertung der FDPS untersuchte das Ausmaß, in dem sich nach dem Ende der aktiven Beratungen der bis dahin erreichte Lebensstil änderte sowie das verbleibende Risiko. Jaana Lindström vom National Public Health Institute in Helsinki und ihre Kollegen stellten fest, dass die Teilnehmer der Beratungsgruppe erzielte positive Lebensstiländerungen beibehielten und somit das relative Risiko um 36 Prozent verringerten. Die Gesamtverringerung des Risikos war mit dem erfolgreichen Abschluss der Beratungsziele verknüpft. Hierzu gehörten Gewichtsverlust, verminderte Aufnahme von gesättigten Fetten und Fett insgesamt sowie vermehrte körperliche Aktivität und Aufnahme von Ballaststoffen. Die Studie (mit einer Nachfolgeuntersuchung nach etwa drei Jahren nach der aktiven Beratung) zeigt, dass ein deutlicher Unterschied in der Diabetes-Häufigkeit nach dem Ende der aktiven Beratungen aufrechterhalten werden kann.

Jaako Tuomilehto, einer der verantwortlichen Forscher der Finnischen Diabetes-Präventions-Studie, bemerkt: "Aus Sicht der öffentlichen Gesundheitsvorsorge ist das eine wichtige Botschaft: Eine intensive, zeitlich befristete Beratung zum Lebensstil kann durch Verringerung des Diabetes-Typ-2-Risikos bei Hochrisiko-Patienten langfristigen Nutzen hervorbringen. Eine wenn auch erfolgreich verlaufende Lebensstil-Beratung allein kann den Diabetes-Typ-2 nicht zwingend bei allen Personen verhindern, jedoch wird sie den Beginn der Krankheit weiter hinauszögern. Bereits den Ausbruch des Diabetes zu verzögern, kann einen wesentlichen Effekt auf den nachfolgende Krankheitsverlauf und somit auch auf die Kosteneffizienz der Diabetes-Vorsorge haben."

Quelle: Jaana Lindström et al. Sustained reduction in the incidence of type 2 diabetes by lifestyle intervention: follow-up of the Finnish Diabetes Prevention Study. Lancet 2006;368:1673.

 

 

 


Falls für Sie diese Information hilfreich war, freuen wir uns über eine SPENDE

 

Ähnliche Beiträge

  1. Viel Vollkorn beugt Typ-2-Diabetes vor
  2. Diabetes: Vollkornprodukte senken das Risiko
  3. Effektive und kostengünstige Prävention des Diabetes Typ 2 mit gesunder Ernährung
Werbung

Rss Feed Tweeter button Facebook button Myspace button Linkedin button