Aspirin wirkt geschlechtsspezifisch

Donnerstag, 11. März 2010 verfasst von admin

Acetylsalicylsäure, besser bekannt unter dem Markennamen Aspirin, hilft nicht nur gegen Kopfschmerzen, sondern verringert auch die Gefahr von Blutgerinnseln, die zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen können.

Unklar blieb bisher jedoch, ob das auch für Frauen gilt. Denn der Effekt dieses Wirkstoffs war, wie so viele andere Medikamentenwirkungen, bisher nur für Männer eindeutig nachgewiesen worden.

Der Kardiologe Jeffrey Berger von der Duke University in Durham und seine Kollegen sahen sich jetzt sechs Aspirin-Studien mit insgesamt fast 100000 Beteiligten genauer an. Drei der Erhebungen umfassten nur Männer, eine (Women’s Health Study) ausschließlich Frauen, und zwei betrafen beide Geschlechter.

Die zusammenfassende Auswertung ergab: Aspirin nützt auch Frauen, allerdings in anderer Weise als Männern (Journal of the American Medical Association, Bd. 295, S. 306, 2006).

Wenn Männer vorbeugend Aspirin schluckten, senkte dies die Zahl der Herzinfarkte insgesamt um knapp ein Drittel. Dagegen blieb die Zahl der tödlichen Herzinfarkte und der Schlaganfälle bei den Herren unbeeinflusst.

Frauen dagegen verringerten mit Aspirin ihr Schlaganfallrisiko um fast ein Viertel. Gegen Herzinfarkte, die bei Frauen ohnehin seltener vorkommen als bei Männern, hilft das Mittel ihnen jedoch nicht. Insgesamt hatten so drei von tausend Frauen einen Vorteil von der Aspirin-Einnahme, bei den Männern vier von tausend. „Frauen können ebenso wie Männer von der Aspirin-Behandlung profitieren“, stellt Berger fest.

Allerdings müssen sie auch mit denselben Nebenwirkungen rechnen. Denn bei gesundheitlichen Vorteilen steht für beide Geschlechter ein Risiko in der gleichen Größenordnung gegenüber: Aspirin kann gefährliche Blutungen auslösen. Sie traten innerhalb von sechs Jahren bei zwei bis drei von tausend Frauen und bei drei von tausend Männern auf.

Die Autoren empfehlen daher, mit jedem Patienten die Vor- und Nachteile einer regelmäßigen Aspirin-Einnahme genau abzuwägen. Keinesfalls dürfe das Tablettenschlucken andere Vorbeugemaßnahmen, wie gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung ersetzen.

Aus: Süddeutsche Zeitung, Nr. 14 vom 18.01.2006

 

 

 


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