Tablettenteilung kann gefährlich sein

Mittwoch, 10. März 2010 verfasst von admin

Rund ein Viertel aller Tabletten werden vor der Einnahme zerteilt. Dies ist nicht immer unproblematisch, denn knapp zehn Prozent der zum Teilen verordneten Tabletten haben keine Bruchkerbe, so dass eine präzise Portionierung schwierig ist. In etwa vier Prozent der Fälle sei die Stückelung sogar gefährlich.

Die Selbsthilfegruppe Schlaganfallbetroffener in München informiert:

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Universitätsklinikums Heidelberg. Die Wissenschaftler befragten 905 ambulante Patienten, die mindestens drei Medikamente einnahmen, zum Umgang mit Arzneimitteln.

Am häufigsten geteilt wurden demnach Herz-Kreislauf-Medikamente, Blutverdünner und Mittel zur Senkung des Cholesteringehalts. Doch nicht jede Tablette ist teilbar. Allerdings bestehe ein Defizit bei den Fachinformationen für Ärzte und den Beipackzetteln, fanden die Forscher heraus. Diese gingen auf die Teilungsmöglichkeit nur unzureichend ein.

„Dies ist problematisch, da die Teilung von Tabletten in vielen Fällen erforderlich ist“, betont Professor Walter Haefeli, Ärztlicher Direktor der Abteilung Innere Medizin VI der Universitätsklinik Heidelberg. Denn nur dadurch könne in einigen Fällen die Dosis individuell angepasst werden.

„Es ist jedoch zu beachten, dass es gerade für ältere Menschen schwierig ist, Tabletten fachgerecht zu teilen“, sagt Haefeli. So berichtete jeder sechste Patient über Probleme beim Stückeln. Nur 20 Prozent verwenden einen Tablettenteiler. Die meisten würden ein Küchenmesser benutzen, das keine exakte Teilung erlaube, hat die Studie ergeben.

Tablettenteilen könne aber noch aus weiteren Gründen heikel sein, betonen die Forscher. So werde bei vielen Medikamenten der Wirkstoff mit einem Überzug vor dem Magensaft geschützt.

Teilt man diese Tabletten, wird der Wirkstoff bereits im Magen freigesetzt und dabei zerstört. Bei Tabletten mit einem so genannten Retard-Überzug könne die Wirkung des Medikamentes verkürzt werden und das Risiko für Nebenwirkungen steigen.

Auch Tabletten mit Überzügen, die den Wirkstoff vor Sauerstoff, Licht oder Feuchtigkeit schützen, können nicht ohne weiteres geteilt werden.

Besonders zu beachten sei, dass selbst vermeintlich leicht portionierbare Medikamente mit einer Kerbe nicht immer geteilt werden könnten, da es sich in manchen Fällen nur um eine irreführende „Schmuckkerbe“ handeln würde, heißt es weiter.

Dabei stünden für mehr als die Hälfte der geteilten Tabletten ohne Bruchkerbe geeignete Medikamente als Alternative zur Verfügung, bei denen auf eine Teilung verzichtet werden könne und die oft sogar kostengünstiger seien, heißt es weiter.

Die Wissenschaftler empfehlen Ärzten, die Teilung von Tabletten nur zu verschreiben, wenn sie sicher sind, dass dies zulässig ist – und von den Patienten auch bewältigt werden kann. Außerdem sollten die Zulassungsbehörden sicherstellen, dass Fachinformationen und Beipackzettel künftig ausreichend Information enthalten.

Quelle: netdoktor.de

 

 


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