Kosten als außergewöhnliche Belastungen in Steuererklärung

Mittwoch, 10. März 2010 verfasst von admin

Kosten können als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung angesetzt werden. Voraussetzungen sind zu beachten. Bei behindertengerechtem Umbau des eigenen Hauses oder der Mietwohnung gewährt der Staat Steuervorteile. Dafür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Soweit derartige Kosten nicht von der Krankenkasse ersetzt werden, können Steuerzahler den Aufwand jedoch in der jährlichen Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen. Das Finanzamt beteiligt sich mit Steuervorteilen an der Finanzierung.

Voraussetzung für den Steuerbonus ist aber immer, dass der betroffene Steuerzahler bestimmte Vorgaben beachtet. Bis zu einem gewissen Grad muss die Finanzierung der Umbaukosten immer allein geschultert werden.

Steuervorteile gewährt das Finanzamt nur, soweit der Bauaufwand eine von Familienstand und Einkommen abhängige zumutbare Eigenbelastung übersteigt.

Finanzämter verlangen oft ärztliche Atteste

Nach der Rechtsprechung der Steuergerichte dürfen die vorgenommenen Umbauten den Verkehrswert des Hauses nicht wesentlich erhöhen. Da der Staat den Wertzuwachs der eigenen Immobilie nicht auch noch mit Steuervorteilen unterstützen will, fordern die Finanzrichter deshalb, dass der alters- oder behindertengerechte Umbau des Hauses "verlorenen Aufwand" darstellt.

Die Ausstattung eines Hauses mit einem Fahrstuhl und eine behindertengerechte Bauausführung wie der Einbau breiter Türen wird daher nicht gefördert (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen: III R 209/94).

Das gilt nach einem aktuellen Urteil des Finanzgerichtes Rheinland-Pfalz selbst dann, wenn der Hausbesitzer an einer schweren Krankheit leidet und das Gebäude in steiler Hanglage errichtet wurde (Az.: 2 K 1430/03).

Ob der behindertengerechte Umbau eines Bads auch dann unterstützt wird, wenn das alte Bad noch völlig intakt war, muss demnächst der Bundesfinanzhof entscheiden (Az.: III R 7/04). Nach der Rechtsprechung des Finanzgerichtes Nürnberg (Al: VI 361/2002) muss sich das Finanzamt auch an den Einbaukosten für einen Treppenlift beteiligen.

Voraussetzung ist allerdings, dass mindestens ein Bewohner erheblich in seiner Bewegungs- oder Gehfähigkeit beeinträchtigt ist und dieser Umstand durch einen Eintrag im Schwerbehindertenausweis nachgewiesen wurde.

Alternativ akzeptiert das Finanzamt auch ein vor dem Einbau ausgestelltes ärztliches Attest, in dem die medizinische Notwendigkeit der Anschaffung bestätigt wird.

Quelle: Ärzte Zeitung, 21.12.2004

 


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