Keine Angst vor dem MdK

Mittwoch, 10. März 2010 verfasst von admin

Keine Angst vor dem MdK – aber gut vorbereitet!

Leser fragen – Die Selbsthilfegruppe Schlaganfallbetroffener in München informiert:

Immer wieder wird die Münchner Schlaganfall-Selbsthilfegruppe mit Fragen kontaktiert, die von allgemeinem Interesse für Betroffene und Angehörige sein dürften. Wir versuchen hier, in loser Folge auf die häufigsten Fragen kompetente Antworten zu geben. Heute geht es um die Frage:

Wie bereitet man sich auf den Gutachter-Besuch des Medizinischen Dienstes (MD) vor?

Gleich vorweg: Jeder Begutachtungsbesuch des MD wird Ihnen mindestens zwei Wochen vorher schriftlich angekündigt. Nutzen Sie die Zeit

  • notwendige Unterlagen (Atteste, ärztliche Gutachten) bereitzustellen bzw. zu beschaffen
  • in einem „Muster-Tagesablauf“ den Hilfe- und Pflegebedarf der pflegebedürftigen Person minutiös (wörtlich gemeint!) festzuhalten.

Ist der MD erst mal zur Tür hinaus, und sie haben etwas vergessen, ist’s zu spät. Dann hilft bei Ablehnung nur noch ein förmlicher Widerspruch mit entsprechendem „Papierkrieg“.

Meist bestimmt der MD das Begutachtungsgespräch. Wenn Sie merken, dass der Gutachter nicht nach allen relevanten Pflegetätigkeiten fragt, sollten Sie aktiv werden. Führen Sie alle Pflegetätigkeiten auf, die Sie regelmäßig zu verrichten haben. Sie sehen: Ohne gewissenhafte Vorbereitung geht’s nicht, wollen Sie nichts vergessen.

Der MD muss auch feststellen, "ob und in welchem Unfang Maßnahmen zur Beseitigung, Minderung oder Verhütung einer Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit einschließlich der medizinischen Rehabilitation geeignet, notwendig und zumutbar sind". Ansprüche auf Leistungen zur ambulanten medizinischen Rehabilitation müssen gegenüber der Krankenkasse (nicht Pflegekasse) geltend gemacht werden.

Sollte der Gutachter bei der zeitlichen Einschätzung des Hilfebedarfs von der des pflegenden Angehörigen oder Pflegebedürftigen abweichen, ist er verpflichtet, die Gründe dafür zu nennen.

Übrigens: Die Münchner Schlaganfall-Selbsthilfegruppe schickt Ihnen gerne ein „Pflegetagebuch“. Email an EKuhlmay@aol.com genügt.

Der Muster-Tagesablauf einer pflegebedürftigen Person enthält Beispiele für einen Hilfe- und Pflegebedarf. Die Auflistung ist nicht vollständig und muss individuell ergänzt werden. Damit Sie nichts vergessen, sollten Sie Ihre Pflegesituation detailliert durchgehen, auch die nur wöchentlich wiederkehrenden Tätigkeiten (Fußnägel schneiden, Friseurbesuch, Medikamentendosierung etc.) nicht vergessen. Sie werden sich wundern, an was man alles nicht denkt, weil mittlerweile die Hilfe-/Pflegeleistung zu einer Selbstverständlichkeit im Tagesablauf geworden ist, die man nicht mehr besonders registriert!

 

 

 


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