Reisetipps für Schlaganfallpatienten

Dienstag, 9. März 2010 verfasst von admin

1. Die Wahl des Urlaubsortes
Der Arzt sollte sein "Okay" geben. Urlaub ist für die meisten Menschen ein freudiges Ereignis. Auch für Betroffene ist Urlaub etwas Besonderes. Hierbei ist vorausschauende Planung unerlässlich. Jeder Schlaganfall ist anders: Je größer die Behinderung, umso wichtiger die Planung. Bei geringen Beeinträchtigungen stehen Reisen auch kaum oder gar keine Einschränkungen im Wege. Sobald die Rehabilitation für eine gewisse Zeit unterbrochen werden darf, sollte ein Betroffener an Urlaub denken. Das sollte er natürlich nicht allein entscheiden. Wichtig ist das Urteil seines Arztes.

Vorausschauend planen ist entscheidend.

Gibt der Arzt die Einwilligung für einen Urlaub, egal von welcher Dauer, so ist die vorausschauende Planung das wichtigste. Nur so kann der Urlaub erfolgreich werden.

Geografische Lage, behindertengerechtes Wohnen und Möglichkeiten der Behandlung sind wichtige Kriterien.

Die Wahl des Urlaubsortes ist besonders wichtig. Der Ort selbst sollte eine Höhenlage von 800 m nicht überschreiten. Vielleicht ist es außerdem möglich, einen Ort zu wählen, an dem sich eine Rehabilitationsklinik für Schlaganfallpatienten befindet.

So könnte ein Betroffener in einem Hotel oder einer Pension wohnen und außerdem Behandlungsangebote am Ort wahrnehmen. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, vor der Reise bei der Krankenkasse nach einer möglichen Kostenübernahme zu fragen.

Es gibt viele Urlaubsorte, die, auch wenn sie nicht über eine Rehabilitationsklinik verfügen, auf die Belange behinderter Menschen eingerichtet sind. Auch behindertengerechter Ferienwohnungen, die auch auf Rollstuhlbenutzung eingerichtet sind, werden immer häufiger. Die Reisebüros geben entsprechende Auskünfte.

Urlaubsziel mit dem Arzt besprechen.

In jedem Fall, egal welcher Urlaubsort gewählt wird, sollte direkte Sonneneinstrahlung und zu starke Hitze vermieden werden. Ein Betroffener sollte sich überwiegend im Schatten aufhalten und außerdem immer reichlich Flüssigkeit zu sich nehmen. Taucht die Frage nach möglichen Impfungen auf, so sollte vor der Buchung der Arzt befragt werden. Grippe- oder Tetanusimpfungen sind in der Regel unproblematisch. Das ist aber z.B. nicht bei Impfungen gegen Tropenkrankheiten der Fall. Es ist also besser, wenn das Reiseziel mit dem Arzt abgesprochen wird

2. Reisen mit dem Auto
Selbstfahren ist risikoreich.

Ist die Frage nach dem Reiseziel geklärt, so ist die nächste Frage die des Transportmittels. Ein Auto selbst zu fahren, beinhaltet das nicht geringe Risiko der Blutdrucksteigerung, insbesondere in Stresssituationen wie dichtem Stadtverkehr und Autobahnfahrten. In keinem Fall kann ein Autofahrer vor plötzlich auftretenden Notsituationen sicher sein, das ist auch für einen vom Schlaganfall Betroffenen, selbst wenn er sehr vorsichtig ist, nicht möglich. Darum ist vom Selbstfahren abzuraten.

Der Arm sollte richtig liegen.

Fährt ein Betroffener in einem Auto mit, so sollte er daran denken, dass er seinen Arm, wenn er noch etwas spastisch ist, vor sich im Blickfeld liegen haben sollte. Dabei ist ein Kissen behilflich.

3. Reisen mit der Bahn oder dem Bus
Bahnfahren ist meistens die beste Lösung.

Mit der Bahn ist das Reisen entspannter möglich. Eine Platzreservierung sollte dafür sorgen, dass dem Betroffenen ein Tisch zur Verfügung steht, auf den er seinen Arm legen kann. In den Interregio-Zügen gibt es Bistro-Wagen und größere Abteile, wo dies problemlos möglich ist. Im Sanitätsfachhandel gibt es übrigens aufblassbare Kissen, die für diesen Zweck bestens geeignet sind. Die Platzreservierung sollte so gewählt werden, dass auf der betroffenen Körperseite eine Armablage zur Verfügung steht. Meist also die betroffene Seite am Fensterplatz. Ansonsten hilft auch hier das erwähnte Kissen. Im Bus sollte man sich möglichst so setzen, dass der betroffene Arm aufgelehnt werden kann.

4. Flugreisen
Bei langen Flügen ist die Platzwahl wichtig.

Wird das Urlaubsziel mit dem Flugzeug erreicht, so sollte ein Betroffener daran denken, dass bei Überseeflügen insbesondere beim Start und bei der Landung kritische Druckveränderungen in der Kabine auftreten können. Während des Fluges treten nur geringe Druckveränderungen auf. Sinnvoll ist eine Platzwahl im Schwerpunkt des Flugzeuges. Bei längeren Flügen sollte ein Betroffener seinen Körper etwa jede halbe Stunde mindestens fünfmal aufrichten, um die Blutzirkulation zu fördern. Die Ablage des Armes ist auch hier wichtig. Eventuell einen mitreisenden Passagier um Platztausch bitten.

Wer zu viel Angst hat, sollte lieber nicht fliegen.

Wer schon vor der Erkrankung Angst vor dem Fliegen hatte, sollte lieber ein anderes Beförderungsmittel suchen. Angstgefühle bei gleichzeitigen Druckveränderungen in der Kabine beim Start und bei der Landung können den Blutdruck über ein kritisches Maß steigern und die Gefahr einer verschleppten Embolie oder einer Blutung erhöhen. Das gleiche gilt für Turbulenzen während des Fluges.

Erkundigen Sie sich vor der Buchung nach den geltenden Regeln für Begleitpersonen.

Manche Fluggesellschaften erlauben das Fliegen von Behinderten nur in Begleitung einer gesunden Person. Vor der Buchung sollte sich ein Betroffener nach einer entsprechenden Regelung erkundigen. Das gilt auch für die Kostenübernahme, wenn eine Begleitperson von der Gesellschaft gestellt wird. Hier sind unterschiedliche Regelungen in Kraft. Auskunft sollte auch bei der Krankenkasse eingeholt werden.

Gute Reise!
 

 


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