Alzheimerdiagnostik der Zukunft – 3

Dienstag, 9. März 2010 verfasst von admin

GEHIRN-VISIONEN: ALZHEIMERDIAGNOSTIK DER ZUKUNFT (3)
PET – VIEL GELB UND GRÜN
Anderen ist das nicht früh genug. Prof. Peter Bartenstein, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin in München glaubt, Alzheimer schon vorher sehen zu können. Noch bevor die Hirnsubstanz abnimmt, verändert sich nämlich der Stoffwechsel der betroffenen Gehirnregionen.Diese Veränderung lasse sich mit einer gewöhnlichen Positronen-Emissions-Tomographie (PET) feststellen: Der Patient bekommt eine gering radioaktive Substanz gespritzt, die über die Vene ins Hirn gespült wird. Der Stoff lagert sich in den Windungen mit gesundem Stoffwechsel ab, nicht aber in den verkümmerten Regionen.

Aus den strahlenden Teilchen entsteht ein Bild, und ein Computerprogramm verwandelt die Strahlenintensität in Farbschattierungen: Dunkle Töne sprechen für gesundes Gewebe, grelle Farben dagegen für einen Leistungsschwund. Bartenstein zufolge ergibt sich daraus ein unverkennbares Muster. „Das ist ein sehr einfacher Test“, meint der Nuklearmediziner. „Bei Alzheimerpatienten ist das Bild sehr gelb und grün, bei Gesunden eher blau und schwarz.“ Bei mehreren Studien kam sein Institut auf eine diagnostische Verlässlichkeit von rund 90 Prozent. Das ist vergleichbar mit einer Mammografie bei Brustkrebs.

Botenstoff – Rezeptoren zählen

Einen anderen Ansatz verfolgt Prof. Osama Sabri, Direktor des Nuklearmedizinischen Instituts der Universität Leipzig. Der Mediziner geht davon aus, dass das Fehlen des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn die Beschwerden bei Alzheimer verursacht („Acetylcholinmangel-Hypothese“).

Das Problem bei Alzheimer sei aber nicht, dass der Körper zu wenig Acetylcholin herstellt, erklärt Sabri. Vielmehr verschleißen die Andockstellen (Rezeptoren) für den Stoff in den kranken Gehirnregionen. „Und diesen Rezeptorverlust“, sagt der Nuklearmediziner, „kann man ziemlich genau messen.“

Im Prinzip wird ebenfalls ein PET eingesetzt, nur heften sich die radioaktiven Teilchen diesmal an die Acetylcholin-Rezeptoren. Je geringer die radioaktive Strahlung auf dem Bild, desto weiter fortgeschritten ist auch die Alzheimerkrankheit. Die Untersuchung ist möglicherweise auch als Verlaufskontrolle bei der Alzheimertherapie geeignet, weil der Rezeptorverlust direkt mit der Schwere der Erkrankung zusammenhängt. Der radioaktive Marker ist allerdings noch nicht praxistauglich, weil er mehrere Stunden braucht, um ins Gehirn zu gelangen. „An diesem Problem arbeiten wir noch“, sagt Sabri.

 

 


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