Behindertenrechte 4

Sonntag, 7. März 2010 verfasst von admin

Wie kommt ein behinderter Mensch zu seinen Rechten? Praktische Tipps
Behinderte haben neben ihren gesundheitlich bedingten Benachteiligungen häufig auch erhöhte finanzielle Aufwendungen zu tragen. Der Staat hat zum „Nachteilsausgleich“ verschiedene Regelungen getroffen, die wir nachfolgend in Auszügen auflisten wollen. (Stand: 1. Juni 2003)

Es sind viele Nachteile, die behinderten Menschen im Arbeitsleben und in der Gesellschaft insgesamt in Kauf nehmen müssen. Nachteilsausgleiche sollen etwas davon wieder wettmachen. Diese Hilfen schaffen wahrlich keine Privilegien. Auch kann man nicht von Entschädigung sprechen. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes der Versuch, einige der Nachteile und Mehraufwendungen auszugleichen.

Steuerliche Erleichterungen bei der Einkommensteuer (Lohnsteuer)

Allgemeine außergewöhnliche Belastungen:

Behinderte Menschen haben meist laufend typische Mehraufwendungen für die Lebenshaltung. Daher wird ihnen als "außergewöhnliche Belastung" nach § 33b Einkommensteuergesetz (EStG) ein Pauschbetrag zugestanden. Der Pauschbetrag für behinderte Menschen kann jährlich ohne Einzelnachweis der Aufwendungen und ohne Abzug der zumutbaren Belastung abgezogen werden. Ausschlaggebend für seine Höhe ist der festgestellte Grad der Behinderung (GdB). Behinderte Menschen, die hilflos oder blind sind, erhalten einen erhöhten Pauschbetrag.

Den Pauschbetrag kann man sich schon bei der Ausstellung der Steuerkarten eintragen lassen. Er gilt für das ganze Kalenderjahr, auch wenn die Behinderung erst im Laufe des Jahres festgestellt wurde. Übrigens kann der Pauschbetrag bei rückwirkender Feststellung der Behinderung auch für vorhergehende Jahre in Anspruch genommen werden.

Den Nachweis der Behinderung führt man durch den Schwerbehindertenausweis oder, bei einem GdB unter 50, durch eine Bescheinigung des Versorgungsamtes bzw. einen Renten oder entsprechenden Bescheid. Eltern und unter bestimmten Voraussetzungen auch andere Personen können den Pauschbetrag für ihr behindertes Kind auf sich übertragen lassen, wenn ihn das Kind nicht selbst in Anspruch nimmt.

Voraussetzung ist, dass sie für das Kind Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag erhalten. Statt der Pauschbeträge können auch die tatsächlich entstandenen und nachgewiesenen Aufwendungen berücksichtigt werden. Dann wird jedoch die zumutbare Belastung abgezogen, die sich nach dem Gesamtbetrag der Einkünfte und dem Familienstand richtet.

 


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