Badezimmerumbau steuerlich absetzbar

Sonntag, 7. März 2010 verfasst von admin

BADEZIMMERUMBAU FÜR BEHINDERTE STEUERLICH ABSETZBAR!
Aufwendungen für nachträgliche behindertengerechte Maßnahmen an einem bestehenden Gebäude können als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art nach § 33 EStG absetzbar sein.Das gilt für Baumaßnahmen, die nur für den Behinderten nutzbar und vorteilhaft sind, nicht aber für Personen, die nicht behindert sind.

Ein an Multipler Sklerose erkrankter Bürger, der auf den Rollstuhl angewiesen war, hatte sein Badezimmer im Erdgeschoss des Hauses umgebaut und mit behindertengerechter Dusche, Toilette und Waschvorrichtung ausgestattet. Die alten Gegenstände waren zwar knapp 20 Jahre alt, aber noch völlig intakt und funktionstüchtig. Die Kosten für die Baumaßnahme hat das FG Baden-Württemberg in vollem Umfang als außergewöhnliche Belastung anerkannt (Urteil vom 19.9.2002, EFG 2003 S. 94).

Nach Auffassung der Richter stellt der Umbau des Bades und der Austausch der sanitären Anlagen lediglich eine Anpassung an krankheitsbedingte Sonderbedürfnisse dar und keine wesentliche Veränderung der wohnlichen Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes. Und weil hier die krankheitsbedingte Notwendigkeit der Umbaumaßnahme absolut im Vordergrund stand, seien die Kosten durch die Krankheit bedingt und somit steuerlich anzuerkennen.

Ein Gegenwert für die neuen Gegenstände ist hier nicht anzunehmen, denn der kranke bzw. behinderte Mensch erhält nichts, was er nicht schon vorher besessen hätte. Nicht einmal eine Werterhöhung wegen neu für alt ist anzurechnen, weil die neuen Sanitärobjekte wegen der niedrigeren Installation auf die Nutzung durch Rollstuhlfahrer zugeschnitten sind und deshalb für nicht behinderte Menschen ohne Vorteil sind.

Falls Ihr Finanzamt Ihnen im vergleichbaren Fall die steuerliche Anerkennung Ihrer Kosten verweigert, legen Sie Einspruch ein und verweisen auf das obige Urteil.

Bereits früher wurden als außergewöhnliche Belastung anerkannt:

- Aufwendungen für die behindertengerechte Umgestaltung des Bades: Brausetasse mit Sitz, spezielles WC u. Ä. (BFH-Urteil vom 4.3.1983, BStBl. 1983 II S. 378, 380; FG Baden-Württemberg vom 29.1.1987, EFG 1987 S. 245).

- Aufwendungen für eine Sitzbadewanne mit Wannentür. Da es sich hierbei um ein Hilfsmittel im weiteren Sinne handelt, das nicht nur von Kranken und Behinderten angeschafft wird, muss die medizinische Notwendigkeit durch ein amtsärztliches Attest nachgewiesen werden. Dieses Attest muss unbedingt vor der Anschaffung eingeholt werden (FG Rheinland-Pfalz vom 23.10.2001, 2 K 2105/01).

Eine Außenseitermeinung vertritt bisher das FG Saarland: Die Saarländer haben Aufwendungen für den Umbau eines Gäste-WC zu einem behindertengerechten Bad mit Behinderten-Dusche nicht anerkannt. Begründung: Das Bad bilde einen Gegenwert und stelle damit einen wertbildenden Faktor für das Gebäude dar (FG Saarland vom 13.12.2001, 2 K 280/01).
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Seite www.steuerrat24.de

 

 


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