Attestlücken kosten Anspruch auf Krankengeld

Freitag, 5. März 2010 verfasst von admin

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen müssen nahtlos anknüpfen / BSG-Urteil: Auch angehende Rentner betroffen KASSEL (mwo). Wird ein älterer Arbeitnehmer unmittelbar vor Beginn seiner Rente krank, sollten Ärzte ihm auch bei vollem Wartezimmer noch kurzfristig einen Termin geben. Denn nur eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die noch während des Arbeitsverhältnisses ausgestellt wurde, führt noch zu einem Anspruch auf Krankengeld. Diese Auffassung bekräftigt das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel in einem jetzt bekannt gegebenen Urteil. Eine rückwirkende Bescheinigung des Arztes reicht danach nicht aus. Auch eine Folgebescheinigung bei andauernder Krankheit darf dann nicht rückwirkend ausgestellt sein. Der Kläger im konkreten Fall arbeitete bis zum 31. Mai 2003 bei einem Pflegedienst. Anschließend erhielt er Rente wegen Berufsunfähigkeit und war daher in der Krankenversicherung der Rentner versichert. Er litt häufiger unter Wirbelsäulen-Beschwerden. Auch zum Ende seines Arbeitsverhältnisses war er bis zum 31. Mai arbeitsunfähig geschrieben. Am Freitag, den 30. Mai, bekam er bei seinem Arzt keinen Termin mehr. Erst am darauf folgenden Montag, dem 2. Juni, bekam er – rückwirkend zum 1. Juni – ein neues Attest ausgestellt. Das war dennoch zu spät, so das BSG. Ein Anspruch auf Krankengeld könne nicht mehr entstehen, weil es in der Krankenversicherung der Rentner diese Leistung nicht gebe. Hätte der Arzt dagegen die Bescheinigung noch im Mai ausgestellt, hätte die Krankenkasse noch bis zu 78 Wochen Krankengeld zahlen müssen, da die Arbeitsunfähigkeit dann noch dem Arbeitsverhältnis zugerechnet worden wäre. Voraussetzung für die Krankengeldzahlung ist laut BSG, dass die Folgebescheinigungen nahtlos spätestens am letzten Tag der jeweils vorangehenden Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt werden. Das Krankengeld ist meist deutlich höher als die Rente. Urteil des Bundessozialgerichts Az: B 1 KR 8/07 R

 


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