Abspecken für Typ-2-Diabetiker besonders schwierig

Freitag, 5. März 2010 verfasst von admin

ABSPECKEN IST FÜR TYP-2-DIABETIKER BESONDERS SCHWIERIG

HAMBURG (ple). Bis 2010 wird es Schätzungen zufolge fast zehn Millionen Diabetiker in Deutschland geben. Für Diabetologen reicht der jetzt vorgelegte Aktionsplan der Regierung gegen Übergewicht nicht aus, weil Probleme der Patienten unberücksichtigt bleiben.

Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin zufolge sind in Deutschland 67 Prozent der Männer und 54 Prozent der Frauen übergewichtig (BMI über 25) oder adipös (BMI von mindestens 30). Deswegen hat die Bundesregierung, wie berichtet, das Eckpunktepapier "Gesunde Ernährung und Bewegung" vorgelegt, nach dem es bis 2020 deutlich weniger Übergewichtige geben soll. "Wir begrüßen diese Aktivitäten der Regierung", sagte Professor Andreas Hamann aus Bad Nauheim beim Diabetes-Kongress in Hamburg. Wichtig sei allerdings auch, dabei an adipöse Typ-2-Diabetiker zu denken. Denn diese nähmen schlechter ab als Adipöse ohne Diabetes.

Die in den gemeinsamen Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft und der Deutschen Adipositas-Gesellschaft empfohlene Gewichtsreduktion von fünf bis zehn Prozent – das entspricht etwa fünf bis zehn Kilogramm – werde nach Angaben von Hamann von den meisten Patienten bisher nicht erreicht. Zudem fördere manche medikamentöse Therapie, etwa mit Insulin, die Gewichtszunahme. Daher müsse das Körpergewicht von Beginn an in die Diabetestherapie-Planung einbezogen werden. So lässt sich mit einer Gewichtsreduktion von fünf bis zehn Prozent – das entspricht in Anlehnung an Studien ungefähr fünf bis zehn Kilogramm vom Ausgangsgewicht – der HbA1c-Wert um bis zu zwei Prozentpunkte senken. Es sei bekanntlich schwerer, von einem hohen Gewicht runterzukommen, als von vorneherein eine Gewichtszunahme zu verhindern.

Tagungspräsident Professor Peter Nawroth aus Heidelberg beklagt, dass Politiker die Adipositas-Entwicklung nicht Ernst genug nehmen, "sonst gebe es schon längst in allen Bundesländern und in allen Schulen regelmäßigen Sportunterricht". Zudem werde EU-Recht zur einheitlichen Kennzeichnung von Lebensmittel nicht ausreichend umgesetzt.

 

 


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